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Meinen Mutterschaftsurlaub verlängern

Inhaltsverzeichnis

Bei einem Krankenhausaufenthalt des Kindes

Falls Ihr Kind während sieben Tagen (ohne Unterbrechung) nach seiner Geburt im Krankenhaus bleiben muss, ist eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs möglich.

Unter welchen Bedingungen

  • Das Kind muss seit seiner Geburt im Krankenhaus bleiben.  Die Dauer dieses Krankenhausaufenthaltes muss mindestens sieben aufeinanderfolgende Tage betragen;
  • Der postnatale Mutterschaftsurlaub kann um eine Zeitspanne verlängert werden, die der Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach den ersten sieben Tagen, entspricht;
  • Die Verlängerung beginnt am ersten Tag nach dem Pflichturlaub, dessen Dauer nach der Geburt neun Wochen beträgt;
  • Die Verlängerung kann maximal 24 Wochen dauern.  Die eventuell genutzten wahlfreien Wochen mussen dann anschließend innerhalb der 21 Wochen, die auf die Verlängerung folgen, genommen werden. 

Beispiel

  • Ihr Kind ist am 1. Oktober geboren;
  • Es benötigt 25 Tage Krankenhausaufenthalt, also bis zum 25. Oktober.  Eine Verlängerung ist demnach möglich;
  • Wie berechnet die Krankenkasse diese Verlängerung? 25 Tage (Krankenhausaufenthalt) - 7 Tage (die ersten sieben Tage werden nicht berücksichtigt) = 18 Tage;
  • Die Verlängerung beträgt demnach 18 Tage und beginnt am ersten Tage nach dem Pflichturlaub (neun Wochen beim postnatalen Urlaub)

Welche Informationen benötigt Ihre Krankenkasse?

Wenn Sie Ihren Mutterschaftsurlaub verlängern möchten, müssen Sie dies beantragen und der Krankenkasse folgende Informationen mitteilen und Dokumente einreichen:

  • Während der ersten 14 Tage nach der Geburt: Ein Attest des Krankenhauses, auf dem das Geburtsdatum des Kindes und die Dauer des Krankenhausaufenthaltes vermerkt sind (Anfangs- und Enddatum);
  • Nach dem Krankenhausaufenthalt: Einen neuen Attest, auf dem die Dauer des Krankenhausaufenthaltes des Babys bestätigt wird.

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Der Elternurlaub

Wenn Sie Elternurlaub nehmen möchten, um beispielsweise die Stillzeit zu verlängern oder um Ihrem Kind mehr Zeit zu widmen, besteht dazu die Möglichkeit.

Wie können Sie den Elternurlaub nutzen?

Der Elternurlaub wird Arbeitnehmern des Privatsektors sowie vertraglichen gebundenen Angestellten des öffentlichen Bereichs im Rahmen einer Laufbahnunterbrechung gewährt, dies auf Grundlage der Geburt oder der Adoption eines Kindes. Er ist sowohl für Vater wie auch Mutter zugänglich und kann für jedes Kind beantragt werden.  Auch im Falle einer Mehrfachgeburt wird der Elternurlaub für jedes der Mehrlingskinder gewährt. 

Sie müssen Ihren Arbeitgeber zwei Monate vor dem gewünschten Beginn des Elternurlaubs informieren.  Dies per Einschreiber oder persönlich hinterlegtem Schreiben, dessen Abschlag von Ihrem Arbeitgeber unterzeichnet wird. 

Welche Bedingungen?

Um von diesem Recht Gebrauch zu machen, müssen Sie während der 15 Monate, die Ihrer Anfrage vorausgehen, zwölf Monate ununterbrochen gearbeitet haben. Ist dies der Fall, so darf Ihr Arbeitgeber Ihre Anfrage nicht ablehnen. Er hat jedoch das Recht, den Elternurlaub um bis zu sechs Monate aufzuschieben, wenn es das Betriebswohl verlangt.  Er muss Ihnen seine Entscheidung im Monat, der auf Ihre Anfrage folgt, mitteilen. 

Ein Urlaub, vier Formen

Es gibt vier unterschiedliche Formen des Elternurlaubs (vollzeit, halbzeit, fünftel, zehntel).  Es ist möglich, zwischen den unterschiedlichen Formen zu wechseln - dazu müssen Sie einen neuen Antrag einreichen.  Um einen halbzeitigen, fünftel- oder zehntelzeitigen Elternurlaub nehmen zu können, müssen Sie vollzeit beschäftigt sein.  

Um bei Laufbahnunterbrechung eine Entschädigung erhalten zu können, müssen Sie einen Antrag einreichen.  Dies anhand der Formulare, die Sie beim LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung) oder der Zahlstelle für Arbeitslosenunterstützung Ihrer Gegend erhalten. Arbeitnehmer des Privatsektors können diese Anfrage auf digitalem Wege über die Webseite der belgischen Sozialsicherheit einreichen.

Die Bescheinigungen bezüglich Geburt, Adoption oder Beeinträchtigung des Kindes müssen dem Arbeitgeber und dem LfA spätestens bei Antritt des Elternurlaubs übermittelt werden.  Die Höhe der Entschädigung ist indexiert und variiert in Bezug auf die Arbeitszeit (voll- oder teilzeit).

Für den öffentlichen Bereich gibt es ebenfalls unterschiedliche Formen des Elternurlaubs.  Manche gewähren das Anrecht auf eine Entschädigung, die 100 % der Entlohnung entspricht, oder auf eine Entschädidung seitens des LfA. Für andere wiederrum gibt es keine Zahlungen.  Kontaktiere Sie den Personaldienst Ihres Betriebes oder Ihre Gewerkschaft, um mehr über Ihre persönlichen Ansprüche zu erfahren. 

Gut zu wissen

  • Dieser Urlaub kann ab der Geburt genommen werden (oder ab dem Ende des Mutterschaftsurlaubs) und bis zu jenem Zeitpunkt, an dem das Kind das zwölfte Lebensjahr erreicht;
  • Im Falle einer Adoption kann der Elternurlaub ab der Eintragung des Kindes in das Bevölkerungs- oder Ausländerregister und bis zu jenem Zeitpunkt, an dem das Kind das zwölfte Lebensjahr erreicht, genommen werden;
  • Während des Elternurlaubs sind Sie als Arbeitnehmer gegen Kündigung geschützt.  Dieser Kündigungsschutz beginnt am Tag Ihrer schriftlichen Anfrage beim Arbeitgeber und endet drei Monate nach Ende des Elternurlaubs;
  • Der Elternurlaub ist auf eine Maximaldauer von 51 Wochen während Ihrer gesamten beruflichen Laufbahn begrenzt. Die gewählte Urlaubsform (vollzeit, halbzeit, fünftel, zehntel) hat keinen Einfluss auf diese Maximaldauer.  Wie bereits erwähnt, kann Ihr Arbeitgeber im Hinblick auf das Unternehmenswohl den Elternurlaub verschieben.

Höhe der Zahlungen

Bitte beachten Sie, dass die Zulage je nach Alter, Arbeitszeit, Art des Sektors (privat, öffentlich oder Bildung), familiärer Situation und der Dauer des vom Arbeitnehmer beantragten Urlaubs variiert. Die nachstehenden Beträge gelten für einen Arbeitnehmer im Privatsektor, der unter 50 Jahre alt ist und nicht isoliert arbeitet. Weitere Infos finden Sie bei dem LfA.


Form des Elternurlaubs
Höhe der Zahlung
Vollständige Unterbrechung der Tätigkeit während 4 Monaten (fortlaufend oder in Zeitspannen von mindestens einem Monat)765.33 €/Monat
Halbzeitige Unterbrechung der Tätigkeit während 8 Monaten (fortlaufend oder in Zeitspannen von mindestens zwei Monaten)352,77 €/Monat
Fünftelzeitige Unterbrechung der Tätigkeit während 20 Monaten (fortlaufend oder in Zeitspannen von mindestens fünf Monaten)119,68 €/Monat
Zehntelzeitige Unterbrechung der Tätigkeit während 40 Monaten (fortlaufend oder in Zeitspannen von mindestens zehn Monaten)59,84 €/Monat

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Der Urlaub und die Stillpause

Falls Sie Ihr Kind stillen möchte, gibt es verschiedene Übereinkünfte, die Sie mit Ihrem Arbeitgeber treffen können.

Stillpausen

Wenn Sie Ihr Kind auch nach Wiederaufnahme Ihrer Tätigkeit weiter stillen möchten, können Sie die Arbeit für Stillpausen oder zwecks Abpumpen der Muttermilch unterbrechen. 

Pro Tag haben Sie Anrecht auf

  • 1/2 Stunde Stillpause, wenn Sie mindestens vier Stunden pro Tag arbeiten
  • 1 Stunde (oder zwei Mal eine halbe Stunde), wenn Sie 7 1/2 Stunden pro Tag arbeiten

Dieses Recht wird Ihnen bis zum siebten Monat nach der Entbindung gewährt - mit einer möglichen Verlängerung von maximal zwei Monaten.

Um eine Entschädigung zu erhalten, müssen Sie monatlich eine von Ihnen und von Ihrem Arbeitgeber unterzeichnete Bescheinigung bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Der Teil Ihres Gehaltes, den Sie aufgrund der Stillpause verlieren, wird Ihnen auf Grundlage einer Entschädigung in Höhe von 82 % Ihres Gehaltes (ohne Obergrenze) erstattet.

Im öffentlichen Sektor

Wenn Sie im öffentlichen oder pädagogischen Bereich arbeiten, setzen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Gewerkschaft in Verbindung, um mehr über Ihr Recht auf Stillpausen sowie zu den diesbezüglichen Bedingungen zu erfahren. 

Stillurlaub ohne Entschädigung

Dieser Urlaub, der selten länger als drei Monate andauert, kann Ihnen nur durch Ihren Arbeitgeber gewährt werden und Sie haben kein Anrecht auf Entschädigung. Ihr Anrecht auf Gesundheitsleistungen bleibt in diesem Zeitraum bestehen.  Falls Ihr Stillurlaub länger als drei Monate andauern sollte, konsultieren Sie Ihren Kundenberater.

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Der Zeitkredit

Im Privatsektor ersetzt das System des Zeitkredits das vormalige System der Laufbahnunterbrechung (das für den öffentlichen Sektor allerdings bestehen bleibt).

Unterschiedliche Formen des Zeitkredits

Der Zeitkredit ist das Recht aller Arbeitnehmer - mit Ausnahme derjenigen, die in Betrieben mit weniger als sechs Mitarbeitern tätig sind. Um von einer der unterschiedlichen Formen Gebrauch machen zu können, müssen Sie Ihren Arbeitgeber per Einschreiben informieren.  Die Zahlungen, die Sie für den Zeitraum der Arbeitsunterbrechung beantragen möchten, müssen - ebenfalls per Einschreiben und anhand der offiziellen Formulare - beim LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung) angefordert werden. Dies mindestens zwei Monate nach Beginn des Zeitkredits.  Der Antrag muss bei der Zahlstelle für Arbeitslosenunterstützung eingereicht werden. 

Um mehr über die Bedingungen, die Dauer und die Beträge der unterschiedlichen Formeln des Zeitkredits zu erfahren, kontaktieren Sie das LfA oder den Sozialdienst der Krankenkasse.

LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung)

  • Brauereihof 5
  • 4700 Eupen
  • Tel.: 02 515 44 44
  • www.lfa.be

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Der unbezahlte Urlaub

Der unbezahlte Urlaub ist kein Recht. Ihre bezahlte Arbeit oder die Suche nach Arbeit zu unterbrechen hat einen Einfluss auf die soziale Sicherheit, insbesondere auf das Arbeitslosengeld, die Erstattungen der Krankenkasse und die Geldleistungen der Krankenkasse. Sie riskieren Ihr Anrecht zu verlieren, da Sie nicht mehr in die Sozialkasse einzahlen. Sie können eine temporäre Unterbrechung Ihres Vertrages mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren ( manche Arbeitgeber bieten ein kollektives Arbeitsabkommen an, welche solch eine Regelung vorsehen). In diesem Fall sollten Sie sämtliche Modalitäten mit Ihrem Abreitgeber vorab regeln. Während Ihres unbezahlten Urlaubs muss Ihr Arbeitgeber Ihnen kein Gehalt auszahlen und Sie genießen auch keinen Kündigungsschutz.

Für mehr Informationen können sie sich an unseren Sozialdienst wenden.

Dauer des Urlaubs ohne Entschädigung

Die Dauer dieser Urlaubsform beträgt mindestens sechs Monate und maximal drei Jahre ab dem Geburts- oder Adoptionstermin.  Für Beamtinnen des öffentlichen Sektors beträgt die Maximaldauer vier Jahre. Diese Zeitspannen werden verlängert, wenn das Kind eine Beeinträchtigung hat.

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Der Urlaub aus zwingenden Gründen

Arbeitnehmer des Privatsektors haben Anrecht auf sechs Tage unbezahlten Urlaub pro Jahr aus zwingenden Gründen.  Besonders dann, wenn die Betreuung eines kranken Kindes erforderlich ist (in manchen Unternehmen werden einige dieser Urlaubstage bezahlt).

Wie können Sie Ihren Anspruch geltend machen

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber sobald wie möglich und übermitteln Sie Ihm eine ärztliche Bescheinigung.

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