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Ich bin Arbeitnehmerin

Sind sind Arbeitnehmerin?  Hier eine Übersicht Ihrer Rechte und Pflichten vor und nach der Geburt Ihres Kindes.

Inhaltsverzeichnis

Meinen Arbeitgeber informieren

Wenn der Arzt Ihnen die Schwangerschaft bestätigt, benachrichtigen Sie sogleich Ihren Arbeitgeber anhand eines ärztlichen Attests, das Sie per Einschreiben verschicken oder gegen Empfangsbestätigung bei Ihrem Arbeitgeber abgeben.

Sobald Ihr Arbeitgeber (spätestens sieben Wochen vor der Entbindung) über Ihre Schwangerschaft informiert wird, gelten bis zum Ende des Monats, der auf die Zeit des Mutterschaftsurlaubs nach der Entbindung folgt, verschiedene gesetzliche Regelungen des Mutterschutzes (Kündigungsschutz, Verbot von Nachtarbeit, Verbot von Arbeiten, die Mutter und/oder Kind gefährden könnten).  Während Ihrer Schwangerschaft haben Sie das Recht, der Arbeit fernzubleiben, um zur Schwangerschaftsvorsorge zu gehen, wenn diese Vorsorge sich nicht außerhalb der Arbeitszeiten einrichten lässt. Allerdings müssen Sie den Arbeitgeber vorher informieren und ihm, falls er dies verlangt, ein ärztliches Attest vorlegen.

Gut zu wissen

Sind Sie der Meinung, wegen Ihres Geschlechts, Ihrer Schwangerschaft oder Ihrer Mutterschaft benachteiligt worden zu sein?  Dann dürfen Sie sich an das Institut für die Gleichstellung von Frauen und Männern oder an Ihre Gewerkschaft wenden.  Laden Sie auch die Online-Broschüre "Schwangerschaft und Arbeit.  Leitfaden für die Arbeitnehmerin und den Arbeitgeber für eine diskriminierungsfreie Behandlung" herunter. 

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Entfernung vom Arbeitsplatz bei Gesundheitsgefährdung

Bestimmte Arbeitsbedingungen werden als gesundheitsgefährdend für Schwangere eingestuft (zum Beispiel die Arbeit mit kranken Menschen, Kleinkindern, gefährlichen Substanzen usw.).  In diesem Fall ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, Sie von Ihrem Arbeitsplatz fernzuhalten, sobald Ihm die Schwangerschaft bekannt ist.  Folgende Maßnahmen können angewendet werden:

  • Anpassung der Arbeitsbedingungen (Teilentfernung)
  • Übertragung anderer Aufgaben

Ist dies nicht möglich, wird Ihre Arbeit bis zum Beginn des Mutterschaftsurlaubs (vollständige Entfernung vom Arbeitsplatz) ausgesetzt.

  • Sie werden während Ihrer Schwangerschaft ganz von Ihrem Arbeitsplatz entfernt?  Dann erhalten Sie ab dem ersten Tag bis zur sechsten Woche vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin ein Ersatzeinkommen, das 78,237 Prozent Ihres täglichen Bruttoarbeitsentgelts entspricht. 
  • Sie üben eine angepasste Beschäftigung mit Einkommensverlust aus? Dann erhalten Sie ein Ersatzeinkommen, das 60 Prozent des Unterschieds zwischen Ihrem täglichen Bruttoarbeitsentgelt für die Beschäftigung vor der Entfernung vom Arbeitsplatz und dem Arbeitsentgelt für die angepasste Beschäftigung entspricht.
  • Sie gehen zwei Beschäftigungen als Arbeitnehmerin nach und müssen eine dieser beiden Beschäftigungen aufgeben?  Dann erhalten Sie ein Ersatzeinkommen, das 60 Prozent des täglichen Bruttoarbeitsentgelts für die Beschäftigung entspricht, der Sie nicht mehr nachgehen können.
NEU ab dem 1. März 2020: Wenn Sie Ihrem Arbeitsplatz vor dem Mutterschaftsurlaub vollständig fernbleiben müssen, kann die entsprechende Zeitspanne an Ihren postnatalen Mutterschaftsurlaub angefügt werden. So erhalten Sie eine Entschädigung von 78,237 Prozent Ihres täglichen Bruttoarbeitsentgelts bis zur letzten Woche (Pflichtwoche) vor dem errechneten Entbindungstermin. Ihr Mutterschaftsurlaub beginnt also eine Woche vor dem errechneten Entbindungstermin und endet 14 Wochen nach der Geburt Ihres Kindes.

Für weitere Informationen steht Ihr Kundenberater Ihnen gerne zur Verfügung
 
 
Um Anspruch auf diese Geldleistungen zu erhalten, müssen Sie Ihrer Krankenkasse drei Unterlagen zustellen:
  1. eine Kopie des durch den Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsmediziner ausgefüllten Gesundheitsbewertungsblattes.
  2. eine Bescheinigung über die Entfernung vom Arbeitsplatz von Arbeitnehmerinnen, die schwanger sind, entbunden haben oder ihr Kind stillen, die vorher von Ihrem Arbeitgeber auszufüllen.
  3. eine Bescheinigung des behandelnden Arztes, aus welcher der voraussichtliche Entbindungstermin und gegebenfalls eine "Mehrfachgeburt" (Zwillinge, Drillinge) hervorgeht
 

Gut zu wissen

Da schwangere Frauen derzeit nicht als Risikogruppe gelten, entscheidet der Arbeitsarzt (oder der Präventionsberater), ob Sie vom Arbeitsplatz entfernt werden müssen oder ob Ihre Arbeitsbedingungen angesichts der Verbreitung des Coronavirus angepasst werden müssen. Das gängige Verfahren findet Anwendung.

Ihr Arbeitgeber ist in jedem Fall verpflichtet, die allgemeinen Hygienevorschriften zu beachten. Er muss alle notwendigen Präventionsmaßnahmen ergreifen, um Sie zu schützen: die Aufstellung eines Plexiglasschirms, wenn Sie hinter einem Schalter arbeiten, die regelmäßige Reinigung von Oberflächen, die Einführung von Telearbeit (verpflichtend in allen Unternehmen, die nicht systemrelevant sind), die Einhaltung der Regeln der sozialen Distanzierung, die Bereitstellung von geschlossenen Mülleimern für das Personal usw.

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Meine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Sie haben aufgehört, zu arbeiten?  Senden Sie dem Vertrauensarzt Ihrer Krankenkasse ein ärztliches Attest, auf dem das Startdatum Ihres Mutterschaftsurlaubs sowie das vermutete Entbindungsdatum angegeben sind.

Nach Erhalt dieses Attests sendet Ihnen die Krankenkasse drei Dokumente zu:

  • Die Empfangsbestätigung Ihrer Mutterschaftsurlaubs-Erklärung
  • Ein Auskunftsschreiben, das Sie selbst ausfüllen müssen.  Die Krankenkasse wird sich daraufhin mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung setzen, um alle benötigten Informationen zu erhalten. Sie können dieses Auskunftsblatt auch digital ausfüllen.
  • Eine Karte zur Wiederaufnahme der Arbeit, die von Ihrem Arbeitgeber ausgefüllt und bei Wiederaufnahme der Tätigkeit an die Krankenkasse übermittelt werden muss. Dies kann auch auf digitalem Wege geschehen.

Senden Sie das erwähnte Auskunftsschreiben so schnell wie möglich an Ihre Krankenkasse, damit die Zahlungen des Mutterschaftsurlaubsgeldes eingeleitet werden können.  

Falls Sie den Arbeitgeber kürzlich gewechselt oder sich Ihr berufliches Statut kürzlich geändert hat, vermerken Sie dies auf dem Auskunftsschreiben.

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Mein Mutterschaftsurlaub

Als Arbeitnehmerin haben Sie Anrecht auf einen Mutterschaftsurlaub mit einer Dauer von 15 Wochen.  Im Falle einer Mehrlingsschwangerschaft wird die Dauer auf 19 Wochen erhöht.

Der Mutterschaftsurlaub wird in zwei Phasen gegliedert: die pränatale (also vor der Entbindung) und die postnatale (ab der Entbindung) Phase.

Sie erwarten ein Kind?

Der Mutterschaftsurlaub vor der Geburt beginnt auf Ihre Anfrage hin frühestens 6 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin, spätestens jedoch 1 Woche vor diesem Datum.

Die letzte Woche des Mutterschaftsurlaubs vor der Entbindung ist pflicht: Sie müssen jegliche Form der Erwerbstätigkeit sieben Kalendertage vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin einstellen.

Die fünf anderen Wochen vor der Geburt stehen Ihnen zur freien Verfügung.  Sie können diese allesamt vor der Entbindung nehmen oder aber ganz bzw. teilweise dem Mutterschaftsurlaub nach der Geburt beifügen.

Der postnatale Mutterschutz beginnt am Tag der Entbindung und dauert maximal 14 Wochen nach der Entbindung.

Wenn Sie bis zum Tag der Entbindung gearbeitet haben, beginnt der Mutterschaftsurlaub am Tag nach der Entbindung. In diesem Fall dauert Ihr Mutterschaftsurlaub  auch 14 Wochen.


Sie erwarten mehrere Kinder (Zwillinge, Drillinge,...)?

Der Mutterschaftsurlaub vor der Geburt beginnt frühestens acht Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin, spätestens jedoch eine Woche vor diesem Datum.  Die letzte Woche des Mutterschaftsurlaubs vor der Entbindung ist Pflicht.  Die sieben anderen Wochen vor der Geburt können vor oder nach der Geburt genommen werden. 

Der postnatale Mutterschutz beginnt am Tag der Entbindung und dauert maximal 18 Wochen nach der Entbindung. Dieser Urlaub kann auf Anfrage beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse um zwei weitere Wochen verlängert werden. 

Zusammenfassung


EinzelgeburtMehrlingsgeburt
Pränataler Mutterschaftsurlaub : 6 Wochen1 Woche verpflichtendPränataler Mutterschaftsurlaub: 8 Wochen1 Woche verpflichtend
5 Wochen wahlfrei7 Wochen wahlfrei
Postnataler Mutterschaftsurlaub : 9 Wochen9 Wochen verpflichtendPostnataler Mutterschaftsurlaub: 11 Wochen9 Wochen verpflichtend
+ Rest der wahlfreien Wochen vor der Geburt (max. 5 Wochen)+ Rest der wahlfreien Wochen vor der Geburt (max. 7 Wochen)
Wahlfreie Wochen nach der Geburt2 Wochen
Insgesamt: 15 WochenInsgesamt: 19 Wochen

Gut zu wissen

NEU Ab dem 1. März 2020 können Tage der Arbeitsunfähigkeit, der vorübergehenden Arbeitslosigkeit infolge höherer Gewalt (z.B. wenn Sie wegen der Covid-19-Krise arbeitslos waren) sowie Tage der vollständigen Entfernung vom Arbeitsplatz während Ihrer Mutterschaftsruhe vor der Geburt (bestehend aus 5 wahlfreien Wochen und einer Pflichtwoche vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin) auf Ihre Mutterschaftsruhe nach der Geburt verschoben werden. Früher konnten Mütter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiteten, ihre Mutterschaftsruhe vor der Geburt nicht auf die Ruhezeit nach der Entbindung verschieben und nur 9 Wochen mit ihrem Neugeborenen verbringen. Dank einer neuen gesetzlichen Bestimmung (rückwirkend ab 1. März 2020) haben Sie von nun an die Möglichkeit, die 5 wahlfreien Wochen der Mutterschaftsruhe vor der Geburt auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben. Ergebnis: Sie bleiben garantiert 14 Wochen (bei Mehrlingsgeburten 19 Wochen) nach der Entbindung bei Ihrem Baby!

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie nicht, einen Kundenberater zu kontaktieren.

Während der Dauer von 6 Wochen (8 Wochen im Falle einer Mehrlingsgeburt), die der Entbindung vorausgehen, können einige nicht geleistete Arbeitstage in die Zeit nach dem postnatalen Mutterschaftsurlaub gelegt werden.  Bedingung dafür ist, dass der pränatale Mutterschaftsurlaub noch nicht begonnen hat. Es handelt sich beispielsweise um Ihren Jahresurlaub, gesetzliche Feiertage etc.  

Einige besondere Fälle

  • Wenn Sie vor dem errechneten Termin entbinden, verlieren Sie möglicherweise die letzte Pflichtwoche vor der Entbindung ganz oder teilweise.  In diesem Fall wird Ihr Mutterschaftsurlaub nach der Entbindung lediglich um die wahlfreien Tage oder Wochen verlängert, die vor der Entbindung noch nicht genommen wurden.
  • Wenn Sie nach dem errechneten Termin entbinden, wird der Mutterschaftsurlaub vor der Geburt bis zum tatsächlichen Entbindungsdatum verlängert.  


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Mein Mutterschaftsgeld

Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld? Wie muss ich vorgehen?

Das Mutterschaftsgeld wird ab dem ersten Tag durch die Krankenkasse ausgezahlt.  Um zu wissen, wieviel Prozent Ihres Gehaltes Sie erhalten werden, konsultieren Sie die nachfolgende Tabelle:

ZeiträumeVom 1. bis zum 30. TagVom 31. Tag bis zum Ende des Mutterschaftsurlaubs
Erwerbstätige oder krankgeschriebene Arbeitnehmerinnen, die immer noch einen Arbeitsvertrag haben (Arbeiterinnen, Angestellte)82% des Brutto-Arbeitsentgelts ohne Obergrenze75% des Brutto-Arbeitsentgelts, nach oben begrenzt*
Arbeitnehmerinnen, die arbeitsunfähig oder invalide sind und keinen Arbeitsvertrag mehr haben79,5% des Brutto-Arbeitsentgelts, nach oben begrenzt*75% des Brutto-Arbeitsentgels, nach oben begrenzt*
Öffentlicher Sektor
Ernanntes PersonalArbeitgeber zahlt die Bezüge zu 100% weiterArbeitgeber zahlt die Bezüge zu 100% weiter
Vorübergehendes Beschäftigungsverhältnis, oder Vertrag (Vertragsangestellte, Arbeiterin, Lehrerin)82% des Brutto-Arbeitsentgelts ohne Obergrenze75% des Brutto-Arbeitsentgelts, nach oben begrenzt*

(*) Obergrenze-Brutto-Tagessatz : 146,98 Euro (Stand 1. März 2020). 
Von diesem Bruttobetrag werden 11,11 Prozent Steuern abgezogen, die von der Krankenkasse an das Finanzamt überwiesen werden.

Wie kann ich das Mutterschaftsgeld in Anspruch nehmen?

  • Sobald Sie die Erwerbstätigkeit einstellen, müssen Sie dem Vertrauensarzt der Krankenkasse eine ärztliche Bescheinigung zukommen lassen, aus welcher der Beginn des Mutterschaftsurlaubs sowie der voraussichtliche Entbindungstermin hervorgehen.
  • Nach der Entbindung sollten Sie Ihrer Krankenkasse schnellstmöglich eine Kopie der Geburtsurkunde übermitteln. 
  • Denken Sie zudem daran, Ihrem Arbeitgeber ein ärztliches Attest zu übermitteln.
  • Sobald Sie Ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, müssen Sie die Bescheinigung über die Wiederaufnahme der Arbeit von Ihrem Arbeitgeber ausfüllen und diese Ihrer Krankenkasse zukommen lassen.  Ihr Arbeitgeber hat auch die Möglichkeit, diese Informationen auf elektronischem Weg direkt an Ihre Krankenkasse zu senden. 

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Ich bin arbeitsunfähig

Sie sind vor oder während der Schwangerschaft arbeitsunfähig? Oder Sie sind arbeitsunfähig infolge einer Entbindung?

Während Ihres Mutterschaftsurlaubs erhalten Sie Ihr Mutterschaftsgeld.  Dieses kann nicht mit Krankengeld oder Invalidengeld kumuliert werden.

Sie sind arbeitsunfähig vor/während Ihrer Schwangerschaft

Wenn Sie vor der Schwangerschaft und/oder während des vollständigen, pränatalen Mutterschaftsurlaubs arbeitsunfähig waren, wird Ihr Status der Arbeitsunfähigkeit während des Mutterschaftsurlaubs aufgehoben. Denken Sie bitte, daran, Ihrer Krankenkasse die Geburtsbescheinigung zu übermitteln. 

Wenn Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls während der gesamten sechs Wochen vor der Entbindung (acht Wochen im Falle einer Mehrfachgeburt) arbeitsunfähig sind, können diese Tage (abzüglich der Pflichtwoche) auf die Zeit nach dem postnatalen Mutterschutz verschoben werden.

NEU Ab dem 1. März 2020 können Tage der Arbeitsunfähigkeit, der vorübergehenden Arbeitslosigkeit infolge höherer Gewalt (z.B. wenn Sie wegen der Covid-19-Krise arbeitslos waren) sowie Tage der vollständigen Entfernung vom Arbeitsplatz während Ihrer Mutterschaftsruhe vor der Geburt (bestehend aus 5 wahlfreien Wochen und einer Pflichtwoche vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin) auf Ihre Mutterschaftsruhe nach der Geburt verschoben werden. Früher konnten Mütter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiteten, ihre Mutterschaftsruhe vor der Geburt nicht auf die Ruhezeit nach der Entbindung verschieben und konnten nur 9 Wochen mit ihrem Neugeborenen verbringen. Dank einer neuen gesetzlichen Bestimmung (rückwirkend ab 1. März 2020) haben Sie von nun an die Möglichkeit, die 5 wahlfreien Wochen der Mutterschaftsruhe vor der Geburt auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben. Ergebnis: Sie bleiben garantiert 14 Wochen (bei Mehrlingsgeburten 18 Wochen) nach der Entbindung bei Ihrem Baby! 

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie nicht, einen Kundenberater der Christlichen Krankenkasse zu kontaktieren. 

Gut zu wissen

Die am 1. März 2020 in Kraft getretenen gesetzlichen Maßnahmen sind nur dann anwendbar, wenn Sie Ihre Arbeit bzw. Ihre Arbeitssuche noch nicht wieder aufgenommen haben.  Sie haben Ihre Arbeit bzw. Ihre Arbeitssuche wieder aufgenommen oder sind nach Ihrem Mutterschaftsurlaub erneut arbeitsunfähig? Dann kann die Zeitspanne Ihres Mutterschaftsurlaub rückwirkend leider nicht mehr angepasst werden.

Sie sind arbeitsunfähig nach der Schwangerschaft

Falls auf Ihren Mutterschaftsurlaub (prä- und postnatal) unmittelbar eine Periode der arbeitsunfähigkeit folgt, müssen Sie Ihrer Krankenkasse ein neues ärztliches Attest vorlegen, das Ihre Arbeitsunfähigkeit belegt.

Während Ihres Mutterschaftsurlaubs erhalten Sie also Ihr Mutterschaftsgeld, das nicht mit Kranken- oder Invalidengeld kumuliert werden darf.

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Der Geburtsurlaub (für Väter oder Co-Elternteile)

Auch der Vater oder der Co-Elternteil (Partner oder Partnerin der biologischen Mutter), angestellt oder selbstständig, hat im Rahmen der Geburt ein Anrecht auf 15 Urlaubstage, die innerhalb von vier Monaten nach dem Tag der Entbindung genommen werden müssen.  Die 15 Tage können punktuell oder aufeinanderfolgend genommen werden.

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Die Verlängerung meines Mutterschaftsurlaubs

Der Adoptionsurlaub

Arbeitnehmer, sowohl Väter als auch Mütter, die ein Kind adoptieren, haben Anspruch auf bezahlten Adoptionsurlaub.  Seit dem 1. Januar 2019 haben die Eltern Ansprch auf sechs Wochen Urlaub, unabhängig vom Alter des Kindes (sofern es minderjährig ist). Im Falle einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung des Kindes beträgt dieser Urlaub bis zu zwölf Wochen. 

Dauer

Jedes Elternteil hat Anspruch auf 6 Wochen (7 Wochen ab dem 1. Januar 2021) Adoptionsurlaub (also zusammengerechnet zwölf Wochen- 13 Wochen ab dem 1.Januar 2021 -). Alle zwei Jahre kann eine zusätzliche Woche genommen werden.

Vorsicht: die zusätzlichen Wochen dürfen nur von jeweils einem Adoptivelternteil genommen oder auf die beiden Elternteile verteilt werden.

So kommen zu den sechs Wochen, die jedem Elternteil zustehen, folgende Wochen hinzu:

  • 1 Woche ab dem 1. Januar 2019: also 6 Wochen je Adoptivelternteil + 1 Woche, die nur ein Elternteil nehmen darf;
  • 2 Wochen ab dem 1. Januar 2021: also 6 Wochen je Adoptivelternteil + 2 Wochen, die auf die beiden Elternteile zu verteilen sind (allerdings kann auch ein Elternteil allein die beiden Wochen nehmen);
  • 3 Wochen ab dem 1. Januar 2023: also 6 Wochen je Adoptivelternteil + 3 Wochen, die auf die beiden Elternteile zu verteilen sind (allerdings kann auch ein Elternteil allein die zusätzlichen Wochen nehmen);

Der Adoptionsurlaub wird also 2023 auf maximal 15 Wochen ausgedehnt, d.h. 6 Wochen je Adoptivelternteil (12 Wochen insgesamt, wenn zwei Elternteile Urlaub beanspruchen) und drei Wochen, die ein Elternteil allein nimmt oder die zwischen beiden aufgeteilt werden.

 

Darf dieser Urlaub gestaffelt werden?

Nein, Im Gegensatz zum Geburtsurlaub darf der Adoptionsurlaub nicht gestaffelt werden

Wie lange dauert dieser Urlaub?

Der Urlaub muss innerhalb von zwei Monaten nach der Eintragung des Kindes in das Bevölkerungsregister oder das Ausländerregister beginnen.

Es steht Ihnen frei, nicht alle Tage zu nehmen, auf die Sie Anspruch haben.  Der Urlaub muss jedoch mindestens eine Woche oder ein Vielfaches einer Woche betragen.  

Der Adoptionsurlaub endet spätestens am achten Geburtstag des Kindes.

Im Falle einer internationalen Adoption kann der Adoptionsurlaub früher beginnen (d. h. am Tag nach der Genehmigung der Entscheidung, das Kind dem Adoptierenden anzuvertrauen, durch die zuständige zentrale Behörde der Gemeinschaft), um das Kind in seinem Herkunftsland im Hinblick auf seine tatsächliche Aufnahme in Ihrer Familie abzuholen. 

Die Formalitäten gegenüber dem Arbeitgeber?

Um diesen Urlaub nehmen zu können, müssen Sie Ihren Arbeitgeber mindestens einen Monat vor Beginn des Urlaubs benachrichtigen.  Die Mitteilung muss per Einschreiben erfolgen oder durch persönliche Übergabe eines Schreibens in doppelter Ausfertigung, dessen Empang der Arbeitgeber auf der zweiten Ausfertigung durch seine Unterschrift bestätigt.  

Diese Mitteilung muss das Anfangs- und Enddatum des Adoptionsurlaubs enthalten. 

Spätestens an dem Tag, an dem der Adoptionsurlaub beginnt, muss der Arbeitnehmer die Adoptionsnachweise und gegebenenfalls einen Nachweis der Beeinträchtigung des Kindes vorlegen.

Die Formalitäten der Krankenkasse gegenüber?

Ihrer Krankenkasse müssen Sie gleichzeitig einen Antrag auf Adoptionsurlaub unter Hinweis auf das Anfangs- und Enddatum sowie einen nachweis der Eintragung des Kindes in das Bevölkerungs- oder Ausländerregister vorlegen.  Gegebenfalls ist der Krankenkasse auch ein Nachweis der Beeinträchtigung des Kindes vorzulegen. 

Zusammenlegung mit dem Geburtsurlaub

Wenn Sie als Co-Elternteil bereits einen Geburtsurlaub genommen haben, wird der Adoptionsurlaub um folgende Zeitspannen verringert:

  • Um eine Woche, wenn Sie einen Tag bis fünf Tage des Adoptionsurlaubs genommen haben;
  • Um zwei Wochen, wenn Sie mehr als fünf Tage des Adoptionsurlaubs genommen haben 

Welche Geldleistungen stehen Ihnen zu?

  • Sie arbeiten im Privatsektor?
    Als Arbeitnehmer erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber für die ersten drei Tage den vollen Lohnausgleich.Die restlichen Tage werden von der Krankenkasse übernommen, die an sechs Tagen in der Woche einen Tagessatz von 82 Prozent des auf 146,97€ je Tag begrentzen Brutto-Arbeitsentgelts zahlt.
  • Sie Arbeiten im öffentlichen Sektor?
    Im öffentlichen Sektor gibt es verschiedene Urlaubsregelungen. Einige geben das Recht, 100% des Gehalts zu erhalten, andere sind unbezahlt. Um die genauen Vorschriften, die Anwendungsbedingungen und die Verfahren zu erfahren, wenden Sie sich an die zuständige Behörde, den Betriebsleiter für Lehrer oder Ihre Gewerkschaft.


In manchen Fällen kann der Basis-Adoptionsurlaub verlängert werden

  • Sie adoptieren alleine ein Kind? Sie können den Adoptionsurlaub um eine Woche verlängern
  • Sie adoptieren zu zweit ein Kind (2 Adoptiveltern)? Einer der beiden Elternteile kann seinen Adoptionsurlaub um eine Woche verlängern
  • Sie adoptieren ein minderjähriges Kind mit einer Beeinträchtigung? Sie können die Dauer Ihres Adoptionsurlaubs verdoppeln, falls:
    • Ihr Kind zu 66 Prozent mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung konfrontiert ist
    • die Beeinträchtigung zur Folge hat, dass mindestens 4 Punkte auf der ersten Säule der medizinisch-sozialen Skala erreicht werden
    • die Beeinträchtigung zur Folge hat, dass mindestens 9 Punkte auf den drei Säulen der medizinisch-sozialen Skala erreicht werden
  • Sie adoptieren gleichzeitig mehrere minderjährige Kinder? Sie können Ihren Adoptionsurlaub um zwei Wochen verlängern

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Der Pflegebetreuungsurlaub

Wenn Sie ein oder mehrere Kinder in Ihre Familie aufnehmen, können Sie maximal sechs Tage pro Jahr Pflegebetreuungsurlaub nehmen.

Dauer

Sie können bis zu sechs Tage pro Jahr und pro Familie (also nicht pro Arbeitnehmer) der Arbeit fernbleiben, um verschiedenen Verpflichtungen, die an die Pflegebetreuung gekoppelt sind, nachzukommen. Dazu zählen:

  • Anhörungen bei den gerichtlichen und behördlichen Instanzen
  • Kontakt zu den leiblichen Eltern, zum gesetzlichen Vormund oder zu dem Kind nahestehenden Personen
  • Kontakt mit dem Vermittlungsdienst
  • Sie können Ihrem Arbeitsplatz auch aus anderen Gründen fernbleiben, unter der Bedingung, dass Sie ein Attest des verantwortlichen Vermittlungsdienstes vorlegen, das belegt, warum Ihre Abwesenheit vom Arbeitsplatz notwendig ist (gilt nicht für zwingende Gründe wie beispielsweise einen Krankenhausaufenthalt des Kindes).

Bedingungen

Um als Pflegeeltern oder -familie zu gelten, müssen sie von einem Gericht, einem anerkannten Vermittlungsdienst oder einem Jugendhilfsdienst anerkannt werden.

Vorgehensweise

Dem Arbeitgeber gegenüber

Um Ihr Recht auf den Pflegebetreuungsurlaub wahrnehmen zu können, informieren Sie Ihren Arbeitgeber so schnell wie möglich und übermitteln Sie ihm folgende Dokumente:

  • Die offizielle Entscheidung als Beweis für Ihren Status als Pflegeeltern.
  • Auf Anfrage des Arbeitgebers: einen Beweis für den Termin, der Ihre Abwesenheit vom Arbeitsplatz nötig macht.
  • Falls Sie und Ihr Lebenspartner als Pflegeeltern bezeichnet werden: Eine Bescheinigung, auf der die Einteilung Ihrer Urlaubstage präzise aufgelistet ist.

Dem LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung) gegenüber

Um eine Entschädigung zu erhalten, müssen Sie bei der für Ihre Region zuständigen Niederlassung des LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung) einen Antrag stellen, indem Sie das durch Sie selbst und Ihren Arbeitgeber ausgefüllte Formular C 61 – Elternurlaub einreichen.

Höhe der Entschädigung

Wenn Sie dem Arbeitsplatz fernbleiben, um sich um eine Ihnen vermittelte Person zu kümmern, haben Sie Anrecht auf eine Pauschalentschädigung in Höhe von 118,16 Euro pro Abwesenheitstag und pro Familie. Dieser Betrag wird Ihnen monatlich durch das LfA überwiesen.

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Der Pflegeelternurlaub

Wenn Sie ein oder mehrere Kinder in Ihre Familie aufnehmen und dies für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, haben Sie Anrecht auf einen Pflegeelternurlaub.  Dieser Urlaub kann bis zu sechs Wochen (7 Wochen ab dem 1.Januar 2021) dauern, unabhängig vom Alter des Kindes (das jedoch in jedem Fall minderjährig sein muss)!

Dauer

Die Urlaubsdauer beträgt sechs Wochen für jedes Elternteil (demnach zwölf Wochen kombiniert) + eine zusätzliche Woche alle zwei Jahre.

Diese zusätzliche Woche kann allerdings nur von einem der beiden Elternteile genommen werden – oder wird wahlweise durch zwei geteilt. 

Gut zu wissen: ab dem 1. Januar 2021 wird der Adoptionsurlaub für beide Adoptiveltern um eine Woche verlängert.

So wird beispielsweise einem sechswöchigen Urlaub für einen der beiden Elternteile folgende Zeitspanne hinzugefügt:

  • 1 Woche ab dem 1. Januar 2019: sechs Wochen pro Elternteil + 1 zusätzliche Woche für einen der beiden Elternteile
  • 3 Wochen ab dem 1. Januar 2021: sechs Wochen pro Elternteil + 3 Wochen, die unter den beiden Pflegeeltern aufgeteilt werden können (oder von einem Elternteil vollständig genommen werden können)
  • 4 Wochen ab dem 1. Januar 2023: sechs Wochen pro Elternteil + 4 Wochen, die unter den beiden Pflegeeltern aufgeteilt werden können (oder von einem Elternteil vollständig genommen werden können)

So kann demnach der Pflegeelternurlaub im Jahre 2023 auf bis zu 16 Wochen ausgedehnt werden: sechs Wochen pro Pflegeelternteil (zwölf Wochen kombiniert im Falle von zwei Elternteilen) und drei zusätzliche Wochen, die von einem Elternteil vollständig genommen oder unter beiden Elternteilen aufgeteilt werden können.

Falls das Kind eine Beeinträchtigung hat, wird die maximale Dauer des Pflegeelternurlaubs verdoppelt.

Fristen

Der Pflegeelternurlaub muss auf einmal und innerhalb von zwölf Monaten nach Einschreibung des Kindes in das Bevölkerungs- oder Ausländerregister der Gemeinde, in der der Arbeitnehmer eingetragen ist, genommen werden. 

Vorgehensweise

Dem Arbeitgeber gegenüber

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber mindestens einen Monat vor Beginn des Pflegeelternurlaubs per Einschreiben oder eine Niederschrift in doppelter Ausführung, deren Abschlag vom Arbeitgeber gegengezeichnet wird. 

Auf diesem Dokument müssen das Anfangs- und das Enddatum des Pflegeelternurlaubs vermerkt sein.

Der Krankenkasse gegenüber

  • Stellen Sie mit Hilfe eines offiziellen Formulars einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse und fügen Sie diesem Antrag eine Kopie des Eintrags in das Bevölkerungsregister oder eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes bei. Arbeitnehmer müssen zudem einen Beweis hinterlegen, dass es sich um eine Pflegeelternschaft langer Dauer handelt.

  • Die Krankenkasse übermittelt Ihnen ein Schreiben, das Sie ausgefüllt zurücksenden müssen. (+ gegebenenfalls die Bescheinigung bezüglich der Versicherungsbedingungen im Rahmen der Erstattungen).

Höhe der Entschädigung

Ihr Arbeitgeber zahlt die Entschädigung während der ersten drei Tage Ihres Pflegeelternurlaubs.

Für den Rest des Zeitraums zahlt Ihre Krankenkasse eine Entschädigung für jeden Wochentag mit Ausnahme des Sonntags.

Diese Entschädigungen belaufen sich auf 82 % des Gehaltes mit einer Obergrenze von 120,52 Euro pro Tag).

Die Wiederaufnahme der Arbeit

Nach der Entbindung, sobald Sie die Geburtsbescheinigung für Ihr Kind eingereicht haben, wird der Rückerstattungsdienst der CKK Ihre Akte in Bezug auf das tatsächliche Geburtsdatum aktualisieren (insbesondere, wenn Sie arbeitsunfähig sind oder dem Arbeitsplatz aufgrund von Gesundheitsrisiken fernbleiben mussten) und Ihnen den Termin zur Wiederaufnahme Ihrer Tätigkeit mitteilen.

Am Ende des Urlaubs, wenn Sie ihre Arbeit wieder aufnehmen, übermitteln Sie der Krankenkasse Ihre Bescheinigung zur Wiederaufnahme der Arbeit, die von Ihrem Arbeitgeber ausgefüllt wurde.  Der Arbeitgeber kann Ihrer Krankenkasse diese Informationen auch auf elektronischem Wege übermitteln.

Gut zu wissen

Für weitere Auskünfte zur Arbeitsunfähigkeit, zur Wiederaufnahme der Arbeit, zu Formalitäten, zu Entschädigungen…, informieren Sie sich in unserer Rubrik „Arbeitsunfähigkeit“.

Und außerdem

Wenn Sie der Ansicht sind, nach Wiederaufnahme Ihrer Tätigkeit einer ungerechtfertigten Behandlung ausgesetzt zu sein (beispielsweise Funktionswechsel, Gehaltsänderung, Belästigung usw.), können Sie das Institut für Gleichheit von Frauen und Männern oder Ihre Gewerkschaft kontaktieren.  Laden Sie zudem die französischsprachige Broschüre „Schwangerschaft am Arbeitsplatz.  Leitfaden für Arbeitnehmerin und Arbeitgeber für eine Behandlung ohne Diskriminierung“ herunter.

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