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Freiheit, Gesundheit, Gleichheit… #metoo!


Vor drei Jahren schrieb ich an dieser Stelle bereits, dass „Frau-Sein“ kein sorgenfreier Job ist. Und wir müssen feststellen, dass die Lage sich seither nicht wirklich verbessert hat. Aber während auf der einen Seite noch viele Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen bestehen, vermehren sich auf der anderen Seite die Initiativen zur Anprangerung und Bekämpfung dieser Ungleichheiten. Die Christliche Krankenkasse möchte an diesen Veränderungen mitwirken.

Die Affäre „Weinstein“ - Name des amerikanischen Filmproduzenten - hat vor kurzem hohe Wellen geschlagen. Sexistische Verhaltensweisen wurden bekannt gemacht. Die Zungen haben sich gelöst. Eine nie gekannte Bewegung wurde vor allem über die sozialen Netzwerke ausgelöst. Wer hat nicht von der #metoo-Welle gehört? Da tauchen anonyme oder namentliche Meldungen auf. Zum Beispiel von der Romanautorin Leïla Slimani, Goncourt-Preis 2016, die in einem Schreiben von Januar das Recht auf „Ruhe, Einsamkeit, Arbeiten ohne Angst“ einfordert und in dem Sie fortfährt: „In mir pulsiert die Angst vor allen, die gesenkten Hauptes durch die Straßen Tausender Städte weltweit ziehen“.

Ein Angriff auf die Freiheit…

Aber die Auswirkungen des Gefühls der Unsicherheit gehen weit über die Frage des weiblichen Wohlbefindens hinaus. Zunächst geht es um eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, ja sogar die Ausübung ihrer Bürgerrechte. Der Zugang zum öffentlichen Raum, der allen offenstehen sollte, wird heute immer noch nicht als gleichberechtigt empfunden. In einer 2017 von der Frauenliga (Vie Féminine) durchgeführten Umfrage erklären 98 Prozent der befragten jungen Frauen, dass sie in der Öffentlichkeit Opfer sexistischen Verhaltens geworden sind. Unsichtbare Grenzen niederzureißen ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft. Am 8. März 2018 - dem Weltfrauentag - hat Amnesty International im französischsprachigen Landesteil eine Sensibilisierung zum Thema der sexuellen Belästigung in den öffentlichen Verkehrsmitteln unter dem Motto „Nein heißt Nein“ durchgeführt. An Bushaltestellen in Brüssel und der Wallonie sowie in der Brüsseler U-Bahn wurden Trillerpfeifen und Flugblätter verteilt. Sie sollten die Menschen daran erinnern, dass sexuelle Übergriffe niemals zu verharmlosen, ja strafbar sind. Sie sollen Opfern und Zeugen eine Anleitung zu richtigem Verhalten geben. In den Faltblättern wird auch genau unterschieden zwischen Anmachen und sexueller Belästigung, was nicht zu verwechseln ist. Die Aktion wurde auch im wallonischen und Brüsseler Parlament geführt.

Die Christliche Krankenkasse engagiert sich für die Gesundheit der Frauen

Abgesehen von dieser besonderen Problematik gibt es zahlreiche politische Signale, die nicht wirklich beruhigen. Die Reform der Renten (Laufbahnverlängerung), die Aufhebung der „unbegründeten“ Zeitkredite, die Sparpolitik, die mit den Eingliederungsbeihilfen verbundene Ausgrenzung, … das alles sind Entscheidungen, die zum Teil diskriminierend gegenüber Frauen sind und die ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit beeinträchtigen. Die hier eingeschlagene Richtung muss uns als Christliche Krankenkasse beunruhigen. Und wir setzen uns auf unterschiedlichen Ebenen ein, damit der Wind sich dreht. Einerseits bei den politisch Verantwortlichen über Anfragen und Stellungnahmen, aber auch im Alltag gegenüber unseren Mitgliedern. Beispiele? Ab April werden wir in Brüssel und Wallonien an der Seite der Frauen stehen, die am Womanrace teilnehmen. Es handelt sich um Läufe, die Wohlbefinden und Engagement vereinen. Die dabei gesammelten Gelder werden Vereinigungen zur Verfügung gestellt, die positive Aktionen zur Bekämpfung von Krebs bei Frauen durchführen. Auf der Website www.mirgehtesgut.bei sind eine Reihe guter Tipps zu finden, die helfen sollen, ohne Überforderung das Richtige zu tun, sich ohne Schuldgefühle um sich selbst zu kümmern.

Als Nationalsekretärin der Christlichen Krankenkassen kann ich nur stolz darauf sein, für ein Unternehmen zu arbeiten, das intern alles unternimmt, damit alle sich wohlfühlen, das die Gleichstellung von Mann und Frau fördert, ihnen strikt das gleiche Arbeitsentgelt zahlt, ihnen gleichermaßen Zugang zu den Arbeitsstellen und verantwortungsvollen Posten gewährt. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass 2017 in Belgien, übers Jahr gerechnet, noch ein durchschnittlicher Unterschied von 21 Prozent zum Nachteil der Frauen bestand.