Tablets und Smartphones, die neuen Freunde unserer Kinder?
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Tablets und Smartphones, die neuen Freunde unserer Kinder?


Wie wir wissen, liegen Tablets und Smartphones zurzeit besonders im Trend. 28% der Haushalte mit Kindern und Internetanschluss in Wallonien, sowie 50% der Haushalte in Flandern, sind bereits im Besitz solcher Mobilgeräte (2014). 


Seit 2013 ist der Verkauf von Smartphones um 13% gestiegen. Dieser Anstieg ist wohl kaum noch aufzuhalten, denn mehr als ein Belgier auf drei besitzt bereits ein solches Handy. Doch, welche Rolle spielen unsere Kinder in dieser Geschichte? Theo, drei Jahre alt, spielt Puzzle auf dem Smartphone seiner Mutter, während sie in einer Praxis auf den Arzt warten. Nadya, zwei Jahre, schaut sich eine Zeichnung auf dem Tablet an, damit ihre Eltern schneller fertig werden mit dem Putzen. Frank erzählt seinen Arbeitskollegen, wie erstaunt er ist über die Fingerfertigkeit seines vier Jahre alten Sohns… Eins ist sicher: Kinder fühlen sich besonders angezogen von sämtlichen Bildschirmen – insbesondere von Touchscreens – und entwickeln sehr schnell die Fähigkeit, sie zu bedienen.

Das Geheimnis des Erfolgs

Tablets wie Smartphones haben die perfekte Größe für Kinderhände und können ganz leicht transportiert werden. Oft liegen sie auf dem Wohnzimmertisch oder in der Küche und wandern von hier aus auch gerne mal ins Bad. Die Neugierde und der Entdeckungsgeist eines Kindes bringt es schnell dazu, nicht die Finger davon lassen zu können, verschiedene Knöpfe auszuprobieren und die Geräte anzufassen. Das Kind weiß ziemlich schnell Bescheid, wie es die Dinge zu handhaben hat.

Das Ende der Fernseh-Ära?

Für Kinder unter 3 Jahren ist Fernsehen nicht ungefährlich. Ihr Gehirn wird durch die schnellen Bilder stimuliert. Dies kann zu Augenleiden führen, konfrontiert die Kinder mit gewaltsamen Bildern und ist ein Lockvogel der Passivität. Die neuen Mobilgeräte hingegen sind „interaktiv“ und enthalten, unterschiedlichen Überlegungen nach, Intelligenz fördernde Spiele. Dies sind zumindest häufig genannte Argumente. Experten warnen jedoch vor schlechten Einflüssen, insbesondere für Kleinkinder. Ganz besonders in der ersten Lebensphase macht das Gehirn eine bedeutende Entwicklung mit. Die Kinder nehmen ihre Umwelt wahr, sammeln Erfahrungen und entwickeln körperliche und kognitive Eigenschaften. Im Kleinkindalter eignen wir Menschen uns in kürzester Zeit zahlreiche Fähigkeiten an, damit wir uns in der Welt orientieren können. Allerdings können wir diese Fähigkeiten nicht alle auf einmal lernen. Es heißt beispielsweise auch, dass ein Kind, das gerade laufen lernt, nicht gleichzeitig anfangen kann zu sprechen. Mit anderen Worten: wer in diesem Augenblick lernt mit einem Tablet umzugehen, lernt gerade nicht Laufen.  

Die Entwicklung von anderen Kompetenzen

Einen virtuellen Turm per Handy zu erstellen oder einen echten Turm aus Holzklötzchen zu bauen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Die Holzklötzchen haben einen Geruch, sie fühlen sich nach Klötzchen an, man kann sogar versuchen auf sie zu beißen,… beobachtet der Psychiater Serge Tisseron. Tablets und Touchscreens fördern das Nachdenken, aber im Grunde genommen nicht den wahren Tastsinn. Das Tasten ist hier auf das Berühren des Bildschirms begrenzt. Kinder lernen ihre Umwelt erst kennen, wenn sie wirklich mit ihr in Interaktion treten: einen Ball vom Boden aufzuheben, beansprucht einen größeren Kräfteaufwand als einen Reiter auf einem Bildschirm zu verschieben. Selten leiten Smartphones dazu an, dass Kinder zusammen spielen, wobei soziale Kontakte in diesem Entwicklungsstadium eine bedeutende Rolle spielen. Ebenso wichtig ist der Sprachgebrauch. Die Psychiaterin Delphine Jacobs fügt hinzu, dass Kinder, die regelmäßig auf einem Tablet spielen, „ sich in eine virtuelle Welt zurückziehen, welche kaum soziale Ansprüche stellt und ihnen einen passiven Zeitvertreib anbietet“.

Im richtigen Moment handeln

Einige Menschen sind davon überzeugt, dass die Entwicklung ihres Kindes parallel zum technologischen Fortschritt verlaufen soll. Allerdings sollen die Kinder zum richtigen Zeitpunkt mit der Technik konfrontiert werden. Zu einem Zeitpunkt, an dem sie wirklich etwas von den Medien lernen können: zum Beispiel durch Spiele, die an ihr Alter angepasst sind. Für gleich welches Alter und gleich welchen Bildschirm ist es jedoch wichtig, Regeln aufzusetzen, damit die Zeit vor dem Bildschirm begrenzt bleibt.

 

Im Bereich der audiovisuellen Medien gilt die Faustregel 3-6-9-12:

  • Kinder unter drei Jahren gehören (möglichst) nicht vor dem Bildschirm;
  • Spielkonsolen sind nichts für Kinder vor dem 6. Lebensjahr; Internetzugang nicht vor dem 9. Lebensjahr;
  • Bis zum 12. Lebensjahr sollten Internetzugänge durch die Eltern begleitet  werden;
  • Unabhängig vom Alter des Kindes sollte jeweils stets die Verweildauer vor dem Bildschirm geregelt sein.

Weitere nützliche Infos

  • Ratschläge für Eltern stehen (in französischer Sprache) auf der Website des CRIOC
  • Zur interaktiven (französischsprachigen) Website Apprivoiser les écrans

• Gesundheitsinfo :CKK-Gesundheitsförderung • http://www.lejdd.fr/Societe/Sante/Actualite/Avant-l-age-de-3-ans-les-tablettes-sont-nuisibles-523620 • http://www.crioc.be/index.php?mode=document&id_doc=7088&lang=fr