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Recht auf umfassende Aufklärung über den Gesundheitszustand


Sie haben Anspruch auf eine umfassende Aufklärung über Ihren Gesundheitszustand.

Lothar

Seit einiger Zeit hat meine Lebensgefährtin Margot Probleme mit ihrer Verdauung. Auf Empfehlung ihres Hausarztes hat sie einen Facharzt aufgesucht. Sie hatte allerdings das Gefühl, dass sie nicht alles mitbekommt, denn sie spricht nur wenig Französisch. Von Seiten ihres Facharztes spürt sie auch kein Entgegenkommen. Ich schlug vor, sie zum nächsten Termin zu begleiten. Dies wurde mir jedoch verwehrt, weil ich aus rechtlicher Sich kein Familienangehöriger bin.

Wie kommt Margot an zuverlässige Auskünfte?

Als Patient* haben Sie Anspruch auf eine umfassende Aufklärung über Ihrem Gesundheitszustand. Die Auskünfte müssen Ihnen in einer klaren und für Sie verständlichen Sprache erteilt werden.

Insofern Margot der französischen Sprache nur unzureichend mächtig, gleichzeitig aber weder unfähig ist, ihren Willen kundzutun*, noch minderjährig ist, darf sie Lothar als Vertrauensperson hinzuziehen. Lothar darf sie zu den ärztlichen Beratungen begleiten und ihr helfen, die ihr mitgeteilten Informationen zu verstehen. Sie darf ihn sogar bitten, das Recht auf Information in seinem eigenen Namen geltend zu machen. Der Leistungserbringer* trägt dann in die Patientenakte* einen Vermerk ein, wonach der Patient damit einverstanden war, dass die Information der Vertrauensperson oder dem Patienten selbst in Anwesenheit der Vertrauensperson erteilt werden. Die Angaben zur Vertrauensperson sind ebenfalls in die Akte aufzunehmen.

Margot kann sich darüber hinaus auch direkt an ihren Hausarzt wenden, sobald der Facharzt die erforderlichen Informationen an den Hausarzt weitergeleitet hat.

Klara

Ich bin kürzlich zu einer vorbeugenden Brustuntersuchung gegangen, bin aber nicht sicher, ob ich mich in Zukunft einer jährlichen Kontrolluntersuchung unterziehen werde.

Darf ich meinen Arzt bitten, mir nichts zu sagen, wenn etwas festgestellt würde?

Sie haben das Recht, nicht informiert zu werden, und Sie können eine vorgeschlagene Untersuchung ablehnen. Sie können auch die Untersuchung durchführen lassen und den Arzt ausdrücklich darum bitten, Ihnen nichts über die Untersuchungsergebnisse zu sagen.

Gibt es Ausnahmen zu diesem Prinzip?

Wenn eine zurückgehaltene Information in der Folgezeit schwerwiegende gesundheitliche Nachteile für den Patienten oder sein Umfeld zur Folge haben kann, darf der Leistungserbringer das Untersuchungsergebnis unter der Bedingung mitteilen,

  • dass er vorab einen Kollegen um Rat gefragt hat,
  • dass er mit der Vertrauensperson gesprochen hat.

Andreas

Eine Bekannte von mir, Sarah, wurde an einem schweren Herzfehler operiert. Im Zuge der Nachuntersuchung wurde mir, als Sarahs Vertrauensperson, von ihrem Arzt mitgeteilt, dass immer noch ein „erhebliches medizinisches Risiko“ vorhanden sei. Er möchte Sarah nicht darüber informieren, weil er glaubt, dass sie noch nicht stabil genug sei, um mit dieser Nachricht fertig zu werden.

Ist der Arzt verpflichtet, Sarah darüber zu informieren ?

Seine Entscheidung lässt sich als Ausnahme zum Recht des Patienten auf Information über seinen Gesundheitszustand rechtfertigen. Aus therapeutischen Gründen darf ein Arzt dem Patienten bestimmte Informationen vorenthalten.

Weshalb wendet er sich an mich ?

Bevor der Arzt beschließt, seinen Patienten nicht zu informieren, muss er Rücksprache mit einem Kollegen und mit der Vertrauensperson halten. Als Sarahs Vertrauensperson können Sie ihren seelischen Zustand sicher besser als der Arzt beurteilen. Gegebenenfalls können Sie ihn überzeugen und ihm erklären, dass seine Ängste unbegründet sind, oder im Gegenzug begreifen, weshalb es wohl besser ist, Sarah vorerst keine Auskünfte zu erteilen. Auf diese Art bestimmen Sie mit, zu welchem Zeitpunkt Sarah die Neuigkeiten am besten erfahren sollte, je nach ihrem Zustand. Allerdings darf die Kommunikation nur vorübergehend unterbrochen werden.

Wenn eine Behandlung dieses neuen Gesundheitsproblems erforderlich ist, muss Sarah hierüber in Kenntnis gesetzt werden, damit sie ihre Zustimmung erteilen kann.