Menopause: was Sie über Hitzewallungen wissen sollten

Hitzewallungen gehören zu den bekanntesten Symptomen der Menopause, aber was genau passiert im Körper? Welche Lösungen und Behandlungsmethoden gibt es?

Hitzewallungen: das bekannteste Anzeichen der Wechseljahre

Nach dem Ausbleiben der Menstruation sind Hitzewallungen das bekannteste und häufigste Symptom der Wechseljahre. Und das aus gutem Grund:  

Hitzewallungen können sogar schon vor dem Ausbleiben der Regelblutung auftreten, manchmal sogar mehrere Jahre zuvor, während der Menstruationszyklus noch regelmäßig ist.

Hitzewallungen und Nachtschweiß: Symptome

Eine Hitzewallung ist ein plötzliches Gefühl starker Hitze, das häufig im Gesicht, am Hals und an der Brust auftritt. Sie kann begleitet sein von: 

  • Rötungen, 
  • starken Schweißausbrüchen,
  • manchmal Herzklopfen oder Angstgefühlen, 
  • gefolgt von einem Kälteschauer. 

Wenn Hitzewallungen nachts auftreten, spricht man von Nachtschweiß (nächtliche Hitzewallungen). Es kann dazu kommen, dass die Bettwäsche durchnässt wird und man sich umziehen oder sogar mitten in der Nacht duschen muss.  

Wodurch werden Hitzewallungen verursacht? 

Hitzewallungen stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem allmählichen Rückgang des Östrogenspiegels

Diese hormonelle Schwankung macht den inneren Thermostat (im Hypothalamus) wesentlich empfindlicher. Die Konsequenz: Dieser Thermostat reagiert übermäßig auf geringe Schwankungen der Körpertemperatur und löst einen unausgewogenen Abkühlungsmechanismus aus (Schwitzen, Hautrötungen…). 

Bestimmte Faktoren können sie auslösen oder verschlimmern:

  • Scharfe Speisen, Alkohol, Koffein
  • Tabak
  • Stress, intensive Emotionen
  • Reichhaltige Mahlzeiten
  • Übergewicht
  • Warme Umgebung, nicht atmungsaktive Kleidung 

Wann treten Hitzewallungen auf? 

  • Während der Perimenopause

    Hitzewallungen sind oft das erste Anzeichen für die Perimenopause. In dieser Übergangsphase können sie häufig auftreten (mehrmals am Tag und in der Nacht). Manche Frauen bemerken zunächst, dass ihnen schneller warm wird, beispielsweise bei leichter Anstrengung oder in beheizten Räumen. 

  • Während und nach der Menopause

    Die Hitzewallungen verschwinden nicht mit dem Ausbleiben der Menstruation. Sie können entweder allmählich nachlassen oder noch mehrere Jahre nach Eintritt der Menopause anhalten. Ihre Dauer und Intensität variieren von Frau zu Frau. 

Menopause und Hitzewallungen: Auswirkungen sind von einer Frau zur anderen unterschiedlich

Die Intensität und Häufigkeit von Hitzewallungen sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich: 

  • Manche Frauen haben über 20 am Tag
  • Andere nur wenige
  • Manche erleben diese Episoden mit Schwindel und Unwohlsein
  • Wieder andere sehen darin fast einen „Vorteil“, weil sie zuvor sehr kälteempfindlich waren.
AM ARBEITSPLATZ

Eine Umfrage von Securex zeigt, dass 55 % der Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden sich in ihrer beruflichen Tätigkeit eingeschränkt fühlen. Besonders lästige Hitzewallungen sind einer der Gründe dafür. 

Ein wichtiger Indikator für Herz-Kreislauf-Gesundheit

Studien zeigen, dass häufige oder starke Hitzewallungen mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sein können. Sie sind also nicht nur ein Unbehagen: Sie können ein wichtiger Indikator sein, den es zu beachten gilt. 

Je nach Ihrer Krankengeschichte, Ihrer Familienanamnese und Ihren Risikofaktoren kann Ihr Arzt Ihnen eine individuelle Betreuung vorschlagen, die bei Bedarf Untersuchungen, Vorsorgeuntersuchungen und eine gezielte Überwachung umfasst.

8 Lösungen und Behandlungen zur Linderung von Hitzewallungen

Hitzewallungen können im Alltag gelindert werden: Einige erfordern eine Änderung der Lebensgewohnheiten, andere eine medizinische Begleitung oder ergänzende Ansätze. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten, die Sie in Betracht ziehen sollten.

Die Zwiebeltechnik

Um Temperaturschwankungen besser zu überstehen, nutzen Sie die Zwiebeltechnik:

  • Bevorzugen Sie natürliche Stoffe (Baumwolle, Wolle).
  • Tragen Sie lieber mehrere dünne Schichten übereinander als einen dicken Pullover.
  • Ziehen Sie je nach Bedarf schnell eine Schicht aus oder wieder an.

Sorgen Sie für Erfrischungsmöglichkeiten

  • Fächer oder kleiner tragbarer Ventilator
  • Flasche oder Trinkflasche mit kaltem Wasser
  • Feuchtes Tuch griffbereit

Auslöser erkennen und vermeiden

Auslöser erkennen und vermeiden

  • Alkohol, scharfe Speisen, Koffein, Tabak...
  • Stresssituationen, Konflikte oder emotionale Überlastung 

Es kann hilfreich sein, ein kleines Notizbuch über auslösende Umstände zu führen.

Stress bewältigen

Stress ist ein Auslöser für Hitzewallungen. Tiefes Atmen, Herzkohärenz, Yoga oder Meditation können helfen, besser damit umzugehen. 
Ein manchmal nützlicher Tipp: Kämpfen Sie nicht gegen die Hitzewallung an, sondern nehmen Sie sie an, indem Sie langsam atmen. Das kann ihre Intensität verringern.

Idealgewicht und Bewegung

Übergewicht kann Hitzewallungen verstärken.  
Regelmäßige Bewegung (Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen…) trägt zudem zu einem besseren Schlaf und einer ausgeglichenen Stimmung bei.

Hormonersatztherapie (HRT) während den Wechseljahren

Sie kann Hitzewallungen sehr wirksam reduzieren, indem sie den Hormonabfall ausgleicht.  
Diese Behandlung hängt von Ihrem Gesundheitsprofil ab; besprechen Sie dies mit einem Arzt.

Ergänzende Ansätze

Bestimmte Ansätze haben sich als wirksam erwiesen:

  • Klinische Hypnose
  • Kognitive Verhaltenstherapien (KVT): wirksam bei der Linderung von Hitzewallungen und Schlafstörungen.

Natürliche Behandlungsmethoden

Phytoöstrogene, Pflanzen, Nahrungsergänzungsmittel... Natürliche Produkte können manchmal helfen, ihre Wirksamkeit ist jedoch variabel und sie sind nicht ohne Risiken.  
Besprechen Sie dies mit einer Gesundheitsfachkraft.