Menopause: was Sie über Hitzewallungen wissen sollten
Hitzewallungen gehören zu den bekanntesten Symptomen der Menopause, aber was genau passiert im Körper? Welche Lösungen und Behandlungsmethoden gibt es?
Hitzewallungen treten häufig auf und können mehrere Jahre andauern. Sie sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Es gibt Lösungen: Lebensgewohnheiten, Behandlungen… Sie sind nicht allein. Zögern Sie nicht, sich von Ihrem Arzt beraten zu lassen.
Hitzewallungen: das bekannteste Anzeichen der Wechseljahre
Nach dem Ausbleiben der Menstruation sind Hitzewallungen das bekannteste und häufigste Symptom der Wechseljahre. Und das aus gutem Grund:
- Hitzewallungen betreffen fast 8 von 10 Frauen während der Perimenopause oder der Menopause.
- Sie dauern im Durchschnitt 5 bis 7 Jahre, können bei manchen Frauen jedoch 15 bis 20 Jahre anhalten.
Hitzewallungen können sogar schon vor dem Ausbleiben der Regelblutung auftreten, manchmal sogar mehrere Jahre zuvor, während der Menstruationszyklus noch regelmäßig ist.
70 % der Frauen verbinden die Wechseljahre spontan mit Hitzewallungen.
Women in Menopause
Hitzewallungen und Nachtschweiß: Symptome
Eine Hitzewallung ist ein plötzliches Gefühl starker Hitze, das häufig im Gesicht, am Hals und an der Brust auftritt. Sie kann begleitet sein von:
- Rötungen,
- starken Schweißausbrüchen,
- manchmal Herzklopfen oder Angstgefühlen,
- gefolgt von einem Kälteschauer.
Wenn Hitzewallungen nachts auftreten, spricht man von Nachtschweiß (nächtliche Hitzewallungen). Es kann dazu kommen, dass die Bettwäsche durchnässt wird und man sich umziehen oder sogar mitten in der Nacht duschen muss.
Etwa jede vierte Frau leidet unter starkem Nachtschweiß, was erhebliche Auswirkungen auf ihre Lebensqualität hat.
Wodurch werden Hitzewallungen verursacht?
Hitzewallungen stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem allmählichen Rückgang des Östrogenspiegels.
Diese hormonelle Schwankung macht den inneren Thermostat (im Hypothalamus) wesentlich empfindlicher. Die Konsequenz: Dieser Thermostat reagiert übermäßig auf geringe Schwankungen der Körpertemperatur und löst einen unausgewogenen Abkühlungsmechanismus aus (Schwitzen, Hautrötungen…).
Bestimmte Faktoren können sie auslösen oder verschlimmern:
- Scharfe Speisen, Alkohol, Koffein
- Tabak
- Stress, intensive Emotionen
- Reichhaltige Mahlzeiten
- Übergewicht
- Warme Umgebung, nicht atmungsaktive Kleidung
Wann treten Hitzewallungen auf?
- Während der Perimenopause
Hitzewallungen sind oft das erste Anzeichen für die Perimenopause. In dieser Übergangsphase können sie häufig auftreten (mehrmals am Tag und in der Nacht). Manche Frauen bemerken zunächst, dass ihnen schneller warm wird, beispielsweise bei leichter Anstrengung oder in beheizten Räumen.
- Während und nach der Menopause
Die Hitzewallungen verschwinden nicht mit dem Ausbleiben der Menstruation. Sie können entweder allmählich nachlassen oder noch mehrere Jahre nach Eintritt der Menopause anhalten. Ihre Dauer und Intensität variieren von Frau zu Frau.
Menopause und Hitzewallungen: Auswirkungen sind von einer Frau zur anderen unterschiedlich
Die Intensität und Häufigkeit von Hitzewallungen sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich:
- Manche Frauen haben über 20 am Tag
- Andere nur wenige
- Manche erleben diese Episoden mit Schwindel und Unwohlsein
- Wieder andere sehen darin fast einen „Vorteil“, weil sie zuvor sehr kälteempfindlich waren.
Eine Umfrage von Securex zeigt, dass 55 % der Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden sich in ihrer beruflichen Tätigkeit eingeschränkt fühlen. Besonders lästige Hitzewallungen sind einer der Gründe dafür.
Ein wichtiger Indikator für Herz-Kreislauf-Gesundheit
Studien zeigen, dass häufige oder starke Hitzewallungen mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sein können. Sie sind also nicht nur ein Unbehagen: Sie können ein wichtiger Indikator sein, den es zu beachten gilt.
Je nach Ihrer Krankengeschichte, Ihrer Familienanamnese und Ihren Risikofaktoren kann Ihr Arzt Ihnen eine individuelle Betreuung vorschlagen, die bei Bedarf Untersuchungen, Vorsorgeuntersuchungen und eine gezielte Überwachung umfasst.
8 Lösungen und Behandlungen zur Linderung von Hitzewallungen
Hitzewallungen können im Alltag gelindert werden: Einige erfordern eine Änderung der Lebensgewohnheiten, andere eine medizinische Begleitung oder ergänzende Ansätze. Hier sind die wichtigsten Möglichkeiten, die Sie in Betracht ziehen sollten.
Die Zwiebeltechnik
Um Temperaturschwankungen besser zu überstehen, nutzen Sie die Zwiebeltechnik:
- Bevorzugen Sie natürliche Stoffe (Baumwolle, Wolle).
- Tragen Sie lieber mehrere dünne Schichten übereinander als einen dicken Pullover.
- Ziehen Sie je nach Bedarf schnell eine Schicht aus oder wieder an.
Sorgen Sie für Erfrischungsmöglichkeiten
- Fächer oder kleiner tragbarer Ventilator
- Flasche oder Trinkflasche mit kaltem Wasser
- Feuchtes Tuch griffbereit
Auslöser erkennen und vermeiden
Auslöser erkennen und vermeiden
- Alkohol, scharfe Speisen, Koffein, Tabak...
- Stresssituationen, Konflikte oder emotionale Überlastung
Es kann hilfreich sein, ein kleines Notizbuch über auslösende Umstände zu führen.
Stress bewältigen
Stress ist ein Auslöser für Hitzewallungen. Tiefes Atmen, Herzkohärenz, Yoga oder Meditation können helfen, besser damit umzugehen.
Ein manchmal nützlicher Tipp: Kämpfen Sie nicht gegen die Hitzewallung an, sondern nehmen Sie sie an, indem Sie langsam atmen. Das kann ihre Intensität verringern.
Idealgewicht und Bewegung
Übergewicht kann Hitzewallungen verstärken.
Regelmäßige Bewegung (Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen…) trägt zudem zu einem besseren Schlaf und einer ausgeglichenen Stimmung bei.
Hormonersatztherapie (HRT) während den Wechseljahren
Sie kann Hitzewallungen sehr wirksam reduzieren, indem sie den Hormonabfall ausgleicht.
Diese Behandlung hängt von Ihrem Gesundheitsprofil ab; besprechen Sie dies mit einem Arzt.
Ergänzende Ansätze
Bestimmte Ansätze haben sich als wirksam erwiesen:
- Klinische Hypnose
- Kognitive Verhaltenstherapien (KVT): wirksam bei der Linderung von Hitzewallungen und Schlafstörungen.
Natürliche Behandlungsmethoden
Phytoöstrogene, Pflanzen, Nahrungsergänzungsmittel... Natürliche Produkte können manchmal helfen, ihre Wirksamkeit ist jedoch variabel und sie sind nicht ohne Risiken.
Besprechen Sie dies mit einer Gesundheitsfachkraft.
Wann sollten Sie sich wegen Hitzewallungen Sorgen machen?
In den folgenden Fällen ist es notwendig, Ihren Arzt aufzusuchen.
- Wenn die Hitzewallungen täglich, nachts oder sehr intensiv auftreten.
- Wenn sie Ihren Schlaf, Ihre Arbeit oder Ihr Sozialleben beeinträchtigen.
- Wenn Sie Herzklopfen, starke Müdigkeit oder geistige Verwirrung verspüren.
- Wenn Sie Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
Für weitere Infos
Wechseljahre: besser verstehen, besser leben
Die CKK bietet Ihnen eine Informationsbroschüre an, um die verschiedenen Phasen, Symptome und Lösungen zu verstehen, für ein besseres Leben in der Menopause.
Wechseljahre: Ablauf, Anzeichen und Symptome
Die Menopause ist weder eine Krankheit noch ein plötzliches Ereignis: Sie ist ein natürlicher Prozess. Ein besseres Verständnis ermöglicht es jeder Frau, diesen Übergang besser zu bewältigen, ihre Symptome zu erkennen und zu wissen, dass sie nicht allein ist.