Unwohlsein am Arbeitsplatz: 5 Ansätze zur Vorbeugung

Im Jahr 2023 konnte fast ein Viertel aller Invaliditätsfälle auf Stress, Angstzustände oder Burn-out zurückgeführt werden, mit einem alarmierenden Anstieg bei den unter 30-Jährigen. Wie kann man also vorbeugen und handeln, bevor das Unwohlsein einsetzt?

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist sowohl eine individuelle als auch eine kollektive Angelegenheit. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für nachhaltiges Arbeiten und die Wahrung des persönlichen und beruflichen GleichgewichtsLaut den LIKIV-Angaben 2023 war jedoch fast jede vierte Person mit Invalidität (mehr als ein Jahr Arbeitsausfall) von einer psychologischen Störung wie DepressionStress, Angst oder Burn-out betroffen. 

Den stärksten Anstieg verzeichnet die Altersgruppe unter 30 Jahren, mit einem Anstieg von 21,6 % in einem einzigen Jahr. Diese Feststellung des LIKIV gibt besonders zu denken, zumal diese Altersgruppe gerade erst ins Berufsleben eintritt. In einem Kontext, in dem arbeitsbedingte psychische Störungen zunehmen, wird es unerlässlich, die Präventionsmaßnahmen zu verstärken. 

Seine mentale Gesundheit pflegen

Bei der Prävention geht es nicht darum, erst einzugreifen, wenn sich die Symptome bereits eingestellt haben. Sie beginnt bereits im täglichen Wahrnehmen und Zuhören gegenüber sich selbst. Auf die eigene mentale Gesundheit zu achten bedeutet, die ersten Anzeichen psychischer Erschöpfung zu erkennen, Ungleichgewichte in seinem Lebensrhythmus zu identifizieren und zu handeln, bevor sich das Unwohlsein dauerhaft festsetzt. Dieser proaktive Ansatz hilft, das eigene Wohlbefinden zu bewahren, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und mit den eigenen tiefen Bedürfnissen in Verbindung zu bleiben. 

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Webinar „Arbeit und Wohlbefinden“

Fünf Ansätze, um berufliche Erschöpfung zu vermeiden

Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben

Finden Sie ein realistisches und respektvolles Gleichgewicht zwischen den Anforderungen der Arbeit und den persönlichen Bedürfnissen. Dies geschieht durch das Abschalten außerhalb der Arbeitszeit, den Respekt des eigenen Rhythmus und das Einrichten von Ruhezeiten.

Der eigenen beruflichen Tätigkeit einen Sinn verleihen

Sich auf das zu besinnen, was uns antreibt, was wir für richtig und nützlich halten, hilft, das Engagement am Arbeitsplatz wiederzubeleben. 

Die eigenen Bedürfnisse und Grenzen respektieren

Wir alle haben persönliche Bedürfnisse und Grenzen. Sich dauerhaft von ihnen zu entfernen, wird uns letztendlich schwächen. Es ist wichtig, „nein“ sagen zu können und Entscheidungen zu treffen, die dem eigenen Willen wirklich entsprechen.

Soziale Normen und gesellschaftlichen Druck erkennen

Leistungsdruck, „immer mehr“ und das von unserer Gesellschaft propagierte Erfolgsideal sind allesamt Stressquellen. Von diesen Normen Abstand zu nehmen bedeutet, sich von einer unsichtbaren, aber sehr realen Last zu befreien.

Schuldgefühle abbauen

Auf seine mentale Gesundheit zu achten, ist kein Zeichen von Schwäche. Ein Zusammenbruch bedeutet nicht, dass man weniger kompetent ist. Es ist an der Zeit, die Schuldgefühle hinter sich zu lassen und sich zu trauen, über das eigene Unwohlsein zu sprechen.

Wohlbefinden am Arbeitsplatz: eine kollektive Angelegenheit

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz lastet nicht nur auf den Schultern einer einzelnen Person. Es handelt sich um ein kollektives Gleichgewicht, das von der Qualität der menschlichen Beziehungen, der Arbeitsorganisation, dem Managementklima und dem Sinn, den jeder Einzelne seinen Aufgaben gibt, beeinflusst wird. Diese Elemente prägen das Arbeitsumfeld und wirken sich direkt auf die mentale Gesundheit der Arbeitnehmer aus.

Sich dessen bewusst zu sein, ermöglicht es, die eigene Situation neu zu betrachten — auch wenn das Unbehagen zunächst als rein persönlich empfunden wird. Zu erkennen, dass das Wohlbefinden auch von dem Rahmen abhängt, in dem man sich entwickelt, ist bereits ein Schritt zu mehr Wohlwollen gegenüber sich selbst. 

Darüber hinaus können Arbeitgeber durch die Förderung von Räumen für den Dialog, integrativen Praktiken und der Aufmerksamkeit für den Menschen und seine Emotionen dazu beitragen, Umgebungen zu schaffen, in denen sich alle Menschen dauerhaft entfalten können.

Ein veränderter Blick auf die Arbeit

Die Frage nach dem Stellenwert der Arbeit in seinem Leben zu stellen ist ein gesunder und notwendiger Schritt. Die Beziehung, die wir zur Arbeit haben, ist persönlich und individuell. 

Die Arbeit sollte nicht zu Erschöpfung führen, sondern eine ruhige Umgebung sein, in der persönliche Entwicklung möglich ist. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, die Mechanismen von Stress und Erschöpfung besser zu verstehen und sich Werkzeuge anzueignen, mit denen man sein Gleichgewicht bewahren kann. Wer lernt, Warnsignale zu erkennen, Grenzen zu setzen und den eigenen Rhythmus zu respektieren, handelt präventiv. Dieser Blickwechsel bedeutet auch, anzuerkennen, dass es positiv ist, sich um seine mentale Gesundheit zu kümmern.

Und wo stehen Sie?

Wenn Sie arbeitsbedingte Stress- oder Angstzustände haben, ist Hilfe aufsuchen weder ein Zeichen von Schwäche noch von Versagen. Es ist ein verantwortungsbewusster Ansatz, der auf das Wohlbefinden ausgerichtet ist.

Zögern Sie nicht, Fachleute zu konsultieren. Es ist wichtig, sich von spezialisierten Fachkräften oder Diensten, die sich mit Problemen der mentalen Gesundheit befassen, begleiten zu lassen. Psychologen sind ausgebildete Fachkräfte, die jeden nach seinen Bedürfnissen begleiten, zuhören und Werkzeuge bereitstellen. So wie man mit körperlichen Schmerzen zum Arzt geht, ist es genauso natürlich, mit seelischen Leiden zum Arzt zu gehen. Darüber zu sprechen ist bereits ein erster Schritt zur Besserung. 

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