Seit dem 1. Januar 2020 sind nicht mehr die Krankenkassen, sondern ist das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die Genehmigung von Anträgen auf die nachstehenden Formen der Langzeitrehabilitation* im Ausland zuständig.  Doch auch weiterhin können Sie Ihren Antrag bei der Krankenkasse einreichen.

Für welche Formen der Rehabilitation können Sie einen Antrag stellen?

Es wird zwischen der physischen und der psychischen Langzeitrehabilitation unterschieden. Die physische Langzeitrehabilitation betrifft bzw. umfasst:

  • Menschen mit einer Hörschädigung: schwerwiegende Hörschädigungen oder Taubheit (bei Personen ohne geistige Beeinträchtigung oder Förderschulbedarf);
  • Menschen mit einer Sehschädigung: unheilbar schwerwiegende Sehschädigung oder  Erblindung (bei Personen ohne geistige Beeinträchtigung oder Förderschulbedarf);
  • Rehabilitationszentren für Kinder mit einer neurologischen und respiratorischen Erkrankung: Begleitung von Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre mit schweren komplexen und chronischen neurologischen oder respiratorischen Erkrankungen;
  • Ambulante multidisziplinäre Rehabilitationszentren für Kinder und Erwachsene: leichte bis mittelgradige Intelligenzminderung, Sprachstörung, Hörschädigung, Autismus, Entwicklungsstörung der motorischen Fähigkeiten, u.a.;
  • Menschen mit motorischen oder neurologischen Erkrankungen: Betrifft Personen mit einer spezifischen Erkrankung (Multiple Sklerose oder andere schwere neurologisch degenerative Erkrankungen);
  • Erholungszentren: Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, die im Alltag zu Hause leben und begleitet werden, können in Form eines Kurzzeitaufenthaltes in einem Erholungszentrum betreut werden. Dies gilt für Patienten mit Erkrankungen, die zum vorzeitigen Tod führen können, oder die von einer chronischen, schwerwiegenden Erkrankung ohne Heilungschancen, betroffen sind
 
Die psychische Langzeitrehabilitation betrifft bzw. umfasst:
  • Personen mit einer Sucht bzw. einer Abhängigkeit: Grundbedingung für eine Rehabilitation ist eine erfolgreich abgeschlossene Entgiftung;
  • Psychosoziale Rehabilitation für Erwachsene, die an psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen oder Phobie leiden und bei denen keine stationäre Aufnahme erforderlich ist;
  • Funktionelle Rehabilitation der Eltern-Kind-Beziehung: Das Angebot richtet sich an Mütter, die aufgrund einer psychiatrischen oder physischen Vorerkrankung bedeutende Bindungsstörungen zum Kind aufweisen;
  • Diagnostische Referenzzentren für Autismus: Personen mit Autismus oder mit der Verdachtsdiagnose auf Autismus;
  • Rehabilitationszentren für Kinder mit psychiatrischer Erkrankung: Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit psychischen, psychotischen und autistischen Störungen oder mit schweren Bindungsstörungen

Welche Bedingungen müssen Sie erfüllen, um auf diese Leistung Anspruch zu haben ?

 
Sie müssen In der DG wohnhaft und in Belgien versichert sein sowie einen Antrag auf eine Langzeitrehabilitationsmaßnahme stellen, die Sie in einer Einrichtung im EU-Ausland, in Norwegen, Liechtenstein oder in der Schweiz in Anspruch nehmen möchten.

Wo reichen Sie den Antrag ein?

Beantragen Sie das Formular bei einem Kundenberater der CKK oder beim zuständigen Dienst des Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft und reichen Sie den ausgefüllten Antrag bei der Krankenkasse oder beim zuständigen Dienst des Ministeriums ein.

Welche Antragsformen gibt es und welche Dokumente sind beizufügen?

Antrag auf Erhalt einer Vorabgenehmigung einer Langzeitrehabilitation (Antrag vor Antritt der Reha):

  • Das Ministerium der DG muss diesen Antrag vor Beginn der Reha genehmigen;
  • Dem ausgefüllten Antragsformular sind der Bericht des belgischen Facharztes, der Behandlungsplan und der Kostenvoranschlag der ausländischen Rehaeinrichtung beizufügen;
  • Nach Prüfung und Annahme des Antrags durch den zuständigen Fachbereich erhalten Sie den S2-Anspruchsschein, der die Kostenübernahme garantiert

Antrag auf Erhalt einer Zustimmung zur Kostenerstattung einer Langzeitrehabilitation (Antrag kann auch nach Abschluss der Reha beantragt werden):

  • Diesen Antrag können Sie stellen, wenn Sie nach dem 1. November 2019 eine Reha in Anspruch genommen haben und die Krankenkasse die entsprechenden Kosten nicht erstattet;
  • Dem ausgefüllten Antragsformular sind ein Behandlungsplan der ausländischen Einrichtung, die Rechnung für die ambulante Langzeitrehabilitationsmaßnahme und gegebenenfalls weitere Zahlungsbelege beizufügen;
  • Nach Prüfung und Annahme des Antrags durch den zuständigen Fachbereich findet eine Kostenbeteiligung nach belgischem Tarif statt

Antrag auf Kostenbeteiligung einer außergewöhnlichen Behandlung

  • Dem ausgefüllten Antragsformular sind ein Behandlungsplan (inkl. Kostenaufstellung) der ausländischen Einrichtung und der Bericht des belgische Facharztes beizufügen;
  • Nach Prüfung und Annahme des Antrags durch den zuständigen Fachbereich findet eine Kostenbeteiligung nach festgelegten Bedingungen statt

Antrag auf Erstattung der Reisekosten

  • Wenn die monatliche Gesamtstrecke die Distanz von 300 km überschreitet, können Sie die Erstattung der Reisekosten, die mit der Langzeitrehabilitation im Ausland verbunden sind, beantragen. Den diesbezüglichen Antrag können Sie nach der Rehabilitation stellen;
  • Dem ausgefüllten Antragsformular sind die Zahlungsbelege beizufügen;
  • Nach Prüfung und Annahme des Antrags durch den zuständigen Fachbereich erstattet das Ministerium die Reisekosten entsprechend der anwendbaren Bestimmungen zur Fahrtentschädigung des Ministeriums

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr CKK-Kundenberater unter 087/32 43 33


Quelle: Ministerium der DG


*Für andere Formen der Langzeitrehabilitation im Ausland wenden Sie sich weiterhin an Ihren Kundenberater.