Besorgen Sie sich beim Öffentlichen Sozialhilfezentrum (ÖSHZ) Ihrer Gemeinde ein Notrufsystem, das Ihnen rund um die Uhr Sicherheit gewährt. Das System ist ganz einfach: es genügt ein Knopfdruck (auf einen Sender, der am Hals oder am Armgelenk befestigt ist) und schon sind Sie mit der Notrufzentrale verbunden. Falls erforderlich benachrichtigt die Telefonistin die von Ihnen angegebenen Bezugspersonen und bleibt in ständigem Kontakt mit Ihnen bis Hilfe vor Ort ist.

Mehr Lebensqualität dank Notrufsystem

Die von der Christlichen Krankenkasse gegründete gemeinnützige Gesellschaft Vitatel betreute im vergangenen Jahr in Wallonien und Brüssel mehr als 190.000 Anrufe ihrer 14.250 Mitglieder. Und das tut sie seit mehr als 25 Jahren. In der deutschsprachigen Gemeinschaft wird das Notrufsystem durch die Öffentlichen Sozialhilfezentren (ÖSHZ) koordiniert. Französischsprachige Bürger können sich problemlos an Vitatel wenden.

Ein Notrufsystem eignet sich für Menschen, die alleine leben und ihre Selbständigkeit erhalten wollen, jedoch durch eine Behinderung, eine Krankheit oder altersbedingte Beeinträchtigung gefährdet sind und in Notlagen das Telefon nicht rechtzeitig erreichen würden. Durch ein Notrufsystem könnten sich diese Menschen zu jeder Zeit in Notlagen bemerkbar machen.

Das Notrufsystem steigert zweifellos die Lebensqualität, da es dem Nutznießer Unterstützung zusichert und darüber hinaus Familie und Freunde beruhigt sein dürfen. Bei Bedarf können direkt die Rettungsdienste benachrichtigt werden.

Leider wird zu spät an das Notrufsystem gedacht

Haupthindernis für die Aktivierung des Notrufsystems ist das Wahrnehmen eines Defizits. Häufig wird diese Dienstleistung erst nach einem Zwischenfall wie Sturz, Krankheit oder Fehler bei der Arzneimitteleinnahme.... angefordert. Dann ist es aber bereits zu spät.

Angebot für jedermann

Darüber hinaus wird das Notrufsystem allzu oft mit älteren Menschen in Verbindung gebracht, obwohl es gleichfalls allen Bedürftigen für einen begrenzten Zeitraum genutzt werden kann, beispielsweise während einer Genesungsphase, bei einer Risikoschwangerschaft oder einer Behinderung.... In solchen Lebenssituationen sind die Begünstigten junge Menschen.  Also kann jede Person, die den Bedarf hat, ein solches Notrufgerät bei sich zu haben, eine Anfrage beim ÖSHZ stellen.

Ein Netzwerk von Partnern, denen Ihre Autonomie am Herzen liegt

Das Notrufsystem ist Teil der CKK-Vorteile für den Bereich der häuslichen Pflege. In Verbund mit den Qualias-Filialen, Solival, den Dienstleistungen der Familienhilfe und der Häuslichen Krankenpflege (vorher „Gelb-weißes Kreuz“) ist das Notrufsystem ein Eckpfeiler der durch die CKK unterstützten Lösungen für ein gut betreutes Leben zuhause.

CKK Vorteile und Leistungen

Die Mitglieder der CKK haben Anrecht auf eine Rückerstattung von 6 Euro. Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus und im Rahmen der wahlfreien Krankenhausversicherung Hospi+100 bzw Hospi+200 besteht während drei Monaten ein Anspruch auf eine Kostenerstattung bis zu 17 Euro.

Wie sieht das in Ihrer Gemeinde aus?

Dank des Notrufsystems können Menschen entlastet werden, die ihre Autonomie (dauerhaft oder vorübergehend) verlieren und sich dafür entscheiden (oder dazu gezwungen sind), zu Hause zu bleiben. Durch die Anbringung von Zusatzausrüstungen im Haus kann in Problemsituationen eine Warnung gegeben werden; gleichzeitig werden die Angehörigen und ihre Familien beruhigt. Alle Einzelheiten erfahren Sie bei Ihrem AutonoME-Berater (s. unten), dem Sozialdienst der CKK oder beim ÖSHZ ihrer Gemeinde. Grundsätzlich stehen alle Vitatel-Produkte auch den Bürgern in der DG zur Verfügung. Die Kontakte laufen allerdings alle über die französischsprachige Zentrale.

Wie verläuft die Einrichtung des Notrufsystems im Haus?

 

Zu Beginn sollte die Person einen Anruf pro Tag tätigen, damit sie sich an die Abläufe gewöhnen kann. Auch Familienangehörige sind aufgefordert, das System zu testen. Die Eingewöhnung/Akzeptanz ist innerhalb der ersten Wochen unerlässlich. Andernfalls wird das Ziel nicht erreicht und der Notrufknopf könnte schnell in einer Schublade landen. Wenn es zum Sturz kommt und in den folgenden Minuten Hilfe gewährt wird, stellt man das Gerät nicht mehr in Frage. Nach einer Testphase wird das System in der Regel rasch angenommen.

Woraus besteht dieses System?

Als Zentraleinheit dient ein Gerät. Es handelt sich um eine zentral gesteuerte Einheit, die mit der Fernsprechverbindung der betroffenen Person verbunden ist. Verfügt die Person nicht über eine Telefonverbindung, gibt es jetzt ein System, welches mit einer "SIM-Karte" funktioniert. Das Gerät wird in den Wohnbereich der Person aufgestellt, meist im Wohnzimmer oder in der Küche. An diesem Gerät sind verschiedene Sendertypen angeschlossen. Herzstück ist der Druckknopf, den Sie entweder als einen Anhänger am Hals oder am Handgelenk tragen. Er ist wasserdicht, man kann also problemlos damit duschen oder baden, ohne ihn entfernen zu müssen. Bei Notruf kontaktiert die Leitstelle automatisch das Hilfsnetzwerk. Interessant: Zum Zeitpunkt des Notrufes erscheint das Profil der Person auf dem Bildschirm des Mitarbeiters am anderen Ende der Leitung.

Eine gute Erklärung der Zusammenhänge ist sehr wichtig; sie ermöglicht sogleich eine optimale Versorgung. Der Mitarbeiter in der Notrufzentrale kommuniziert mit der hilfesuchenden Person über einen Mikrolautsprecher, der sich an der Zentraleinheit befindet. Sobald das Problem ermittelt wurde, wird die Liste der zu benachrichtigenden Angehörigen zu Rate gezogen. Vor Ort informiert der Familienangehörige den Mitarbeiter in der Notrufzentrale über die Sachlage, damit die Folgemaßnahmen ergriffen werden können. In akuten Fällen wird zum Beispiel ein Krankenwagen angefordert. Der Mitarbeiter in der Notrufzentrale bleibt während des gesamten Betreuungsvorgangs mit dem Hilfesuchenden in Kontakt.

Gibt es besondere Hilfsmittel für Schwerstbehinderte?

Die herkömmlichen Sender werden am Handgelenk oder als Anhänger getragen.

Die Sachlage und Lösungsansätze können von Fall zu Fall recht unterschiedlich sein. Wenn Sie der Ansicht sind, dass eine Grundausstattung (Halskette oder Armband) unzureichend ist, wenden Sie sich an Ihrem AutonoME-Berater, den Sozialdienst der CKK oder beim ÖSHZ ihrer Gemeinde. Hier erhalten Sie alle notwendigen Zusatzinformationen.  

Erwähnen noch die passive Fernunterstützung. Hier handelt es sich um Sensoren, die in verschiedenen Räumen des Hauses installiert werden und mit der Zentralstelle verbunden sind. Sie lösen Alarm aus, sobald etwas Außergewöhnliches passiert. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten passen sich den täglichen Gewohnheiten der betreuten Person an. Steht sie beispielsweise nachts mehrmals auf, kann ein Sensor im Wohnraum installiert werden. Er registriert den Moment, wo sie das Bett verlässt und gibt ein Alarmzeichen, wenn sie nach einer vorgegebenen Zeit nicht zurückgekehrt ist. In allen Fällen gilt: Es wird stets gemeinsam mit der betroffenen Person und deren Familie nach einer angemessenen Lösung gesucht.

Wie stellen Sie sich auf neuartige Verfahren ein?

Die Menschen, die Vitatel in Anspruch nehmen, passen sich den neuen technischen Herausforderungen an. Auf diesem Gebiet bemühen wir uns, mitzuhalten. Heutzutage sind viele miteinander verbundene Produkte auf dem Markt. Oberstes Gebot der Telefonzentrale bleibt jedoch die Erreichbarkeit rund um die Uhr. Unsere Stärke ist gleichzeitig auch unser Job, nämlich verfügbar und erreichbar zu bleiben. Der technologische Fortschritt muss immer im Sinne einer sozialen Entwicklung sein.

Wie sieht das berufliche Anforderungsprofil der Mitarbeiter des Beraterteams aus?

Die beruflichen Anforderungsprofile sind nicht festgelegt. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern sind die sozialen Kompetenzen von entscheidender Wichtigkeit. Anschließend werden die Mitarbeiter geschult. Sie lernen, aktives Zuhören zu entwickeln und auf verschiedene Verhaltensmuster zu reagieren.

Prämie seitens der Provinz Lüttich

In jeder Gemeindeverwaltung  kann die Prämie beantragt werden. Falls dies nicht automatisch erfolgt, können sich interessierte Personen an den Sozialdienst der Krankenkasse oder an das ÖSHZ ihrer Gemeinde wenden. In Eupen übernimmt grundsätzlich das ÖSHZ die Beantragung dieser Prämie.

Alle Einzelheiten dazu finden Sie unter diesem Link (auf Französisch).

Diese Prämie gilt generell für die Personen über 70 und/oder Personen die eine Arbeitsunfähigkeit von 66 Prozent haben. Ein einzige Bedingung, um Anspruch auf diese Prämie zu erhalten: das steuerbare Einkommen muss unter dem EKE-Satz liegen. Mit anderen Worten: alle EKE-Versicherten haben Anspruch auf diese Prämie. Die Höhe der Prämie ist abhängig von den Haushaltsmitteln der Provinz. Sie wird jährlich angeglichen und entspricht in der Regel einem Betrag von 70 Euro.

Weitere Infos

Miriam Fleckenstein 

AutonoME -Beraterin
Rue Lucien Defays 77 | 4800 Verviers
Tel : 087 32 43 38 

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