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Kaiserschnitt oder normale Geburt : Wo liegt der Unterschied ?

Schwangere Frauen sollten sorgfältig über eine Kaiserschnittentbindung nachdenken, da sie, wie bei jeder Operation, nicht ohne Risiko ist und Nachteile hat.

Die Unterschiede

  • Epidurale Anästhesie: für eine vaginale (normale) Geburt ist sie nicht erforderlich, wohl aber für die Kaiserschnittentbindung. 
  • Aufwachen: Nach einer Kaiserschnittentbindung kann durchaus ein zweistündiger Aufenthalt im Aufwachraum erforderlich sein, um beispielsweise Blutdruck, Körpertemperatur und Schmerzen zu beobachten. Nach einer vaginalen Entbindung kehrt die Mutter sofort in ihr Zimmer zurück. 
  • Klinikaufenthalt: im Fall einer natürlichen Geburt dauert der Klinikaufenthalt im Schnitt nicht länger als fünf Tage. Eine Kaiserschnittentbindung macht einen Krankenhausaufenthalt von mindestens sieben Tagen notwendig. Fäden oder Klammern werden nach sieben Tagen entfernt. 
  • Ruhe: Nach einer Kaiserschnittentbindung muss die Mutter eine Ruhephase von mindestens 24 Stunden einlegen. Zur Vermeidung von Kreislaufproblemen verlässt dann die Mutter mit der Unterstützung einer Krankenpflegerin zum ersten Mal langsam und vorsichtig ihr Krankenbett, da Kreislstörungen Übelkeit, Schwindel oder Erbrechen verursachen können. Nach einer vaginalen Entbindung hat die Mutter in der Regel keinerlei Schwierigkeiten, abgesehen von der durch den Geburtsvorgang entstandenen Müdigkeit, die aber durch eine anschließende Ruhephase wieder ausgeglichen werden kann. 
  • Schmerzen: Nach einer vaginalen Geburt empfindet die Mutter, außer bei einem Dammschnitt und im Vergleich zu Schwangerschaft und Geburt, wenige Schmerzen.  Im Gegensatz dazu empfindet die Mutter nach einem Kaiserschnitt weniger Schmerzen vor der Geburt (wenn sie eingeleitet wurde und nicht aus einer Notfallsituation heraus entstand), aber nach dem Eingriff eine schwere Müdigkeit und intensive Beschwerden im Magen- und Narbenbereich. Deshalb werden in den ersten Tagen Schmerzmittel verordnet und die Besuche auf ein Minimum reduziert. 
  • Darmtätigkeit: Nach einem Kaiserschnitt muss der Darm wieder auf Gang kommen. In seltenen Fällen geschieht dies nicht oder zu langsam. Die angesammelte Flüssigkeit in Magen und Darm kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Eine Magensonde führt (während 24 bis 48 Stunden) diese Flüssigkeit ab. Erst danach kommt der Darm auf Gang. Diese Komplikationen kommen glücklicherweise selten vor. Nach einer vaginalen Entbindung hingegen darf die Mutter sogleich wieder normal essen. 
  • Beschädigung der Blase: Nach einem Kaiserschnitt bleibt der Blasenkatheter während 24 Stunden angeschlossen; im Anschluss an eine vaginale Entbindung funktioniert die Blase ganz normal, bis auf die durch den Kontakt der Urinflüssigkeit mit der Wunde am Dammschnitt verursachten Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen. 
  • Körperpflege: nach einer vaginalen Entbindung darf die Mutter sogleich duschen (nach einem Dammschnitt erst den Arzt fragen). Nach einer Kaiserschnittentbindung darf in den darauffolgenden Tagen nicht geduscht werden und zudem muss die Operationsnarbe durch einen wasserundurchlässigen Verband geschützt werden. Wieder daheim darf die Mutter während des ersten Monats keine schweren körperlichen Arbeiten ausführen und muss dazu auf eine sachgemäße Behandlung der OP-Narbe achten.
  • Beckenboden-Gymnastik: Auch wenn das Risiko einer Harninkontinenz bei den Frauen mit Kaiserschnitt geringer ist als nach einer vaginalen Geburt, ist eine Rehabilitation des Beckenbodens von wesentlicher Bedeutung. Nach der Kaiserschnittentbindung darf die Mutter vom vierten Tag nach der Geburt an kleine Übungen machen; sie muss allerdings 6 bis 8 Wochen warten, bevor sie mit Beckenboden-Gymnastik beginnen darf.
  • Kontakt mit dem Neugeborenen: Nach der Kaiserschnittentbindung kann der Kontakt der Mutter zum Baby frustrierend sein, weil er nicht mit dem intensiven Verhältnis vor der Geburt vergleichbar ist. In den beiden ersten Tagen dauert diese Frustration an, da die Mutter sich zum einen nicht um ihr Baby kümmern darf und sich zum anderen wegen Schmerzen und Müdigkeit noch nicht so zu bewegen vermag, wie sie es sich vorstellt. 
  • Stillen: Nach der Kaiserschnittentbindung kann sich das Stillen ein bisschen komplizierter gestalten, da das Baby in eine Position gebracht werden muss, die der OP-Narbe nicht schadet. Grundsätzlich gilt zudem, dass das Stillen durch die Operation erst mit einer zeitlichen Verzögerung beginnt. Achten Sie auf Rat und Hilfestellungen der Krankenpfleger. Es genügt, sie vorher über Ihre Absicht zu informieren. 
CKK-Ärztedirektion

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