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Mehr kostengünstige Beratungen dank einer proaktiven Erkennung der Anspruchsberechtigten


Viele Menschen wissen nicht, dass sie Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung für Gesundheitsleistungen haben. In den beiden letzten Jahren hat die Christliche Krankenkasse (CKK) versucht, die Anspruchsberechtigten aktiv zu ermitteln. Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der CKK-Mitglieder, die weniger für Ihre Beratungen beim Arzt bezahlen, um 37 705 gestiegen. Dank des proaktiven Vorgehens der CKK, kommen laut einer Studie der Universität Antwerpen dreimal mehr Menschen in den Genuss dieses Vorteils als vorher.

Jeder Leistungsberechtigte, der Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung hat, zahlt weniger beim Arzt, in der Apotheke und im Krankenhaus. Versicherte, die Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung haben, zahlen beispielsweise nur einen statt vier Euro Eigenanteil beim Hausarzt (wenn dieser eine allgemeine medizinische Akte auf den Namen des Patienten führt). Sie dürfen ihren Arzt auch darum bitten, direkt mit der Krankenkasse abzurechnen (Drittzahler). Ferner haben sie Anspruch auf andere Vorteile, wie Ermäßigung auf den öffentlichen Personentransport und auf Telefongebühren. 

Menschen, die bestimmte soziale Leistungen erhalten, wie das Integrationseinkommen, das garantierte Einkommen für Betagte oder die Eingliederungsbeihilfe, haben ebenfalls Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung. Dieser Personenkreis erhält den Anspruch automatisch von der jeweiligen Krankenkasse. 

Die erhöhte Kostenerstattung darf auch aufgrund des gesamten Haushaltseinkommens gewährt werden. Aber bis vor zwei Jahren hatten die Krankenkassen keinen Zugang zu diesen Daten. Trotz der Anstrengungen der CKK, um herauszufinden, welche Familien die Einkommensschwelle unterschreiten, fielen zahlreiche Familien durch die Maschen des Netzes. 

Seit August 2015 erhalten die Krankenkassen jedoch ein Signal von der Steuerverwaltung, wenn das Haushaltseinkommen unterhalb der für den Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung geltenden Schwelle liegt. Den Betroffenen wird dann eine Einkommensprüfung vorgeschlagen. Innerhalb dieser zwei Jahre hat die CKK 149 000 Mitglieder angeschrieben. Darunter haben 22 200 (15%) mit Erfolg den Antrag auf die erhöhte Kostenerstattung gestellt. Jetzt hat die CKK ihre Ergebnisse von Forschern der Universität Antwerpen untersuchen lassen. 

„Bei den einkommensschwachen Gruppen hat die gezielte Kontaktaufnahme die Zahl der Mitglieder, die Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung erhalten haben, verdreifacht“, erklären Tim Goedemé und Raf Van Gestel von der Universität Antwerpen. „Ohne diese proaktive Maßnahme, hätten lediglich 5 Prozent der Gruppe den Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung erhalten. Dank der Maßnahme der CKK waren es 15 Prozent. 

Dass weniger Leistungsberechtigte durch die Maschen des Netzes fallen, ist als positive Entwicklung zu werten. „Wir erreichen einkommensschwache Personen, die bisher zu viel für Ihre Gesundheitsleistungen bezahlt haben“, erklärt Jean Hermesse, Generalsekretär der CKK. „Die Kostenfrage hält viele dieser Menschen davon ab, den Arzt oder Zahnarzt aufzusuchen. Die erhöhte Kostenerstattung macht also einen wesentlichen Unterschied.“

Aber der CKK ist auch bewusst, dass noch viel Arbeit zu tun bleibt. Trotz mehrfacher Aufforderung gibt es immer noch Mitglieder, die keine Einkommensprüfung beantragen. „Einige wissen, dass sie die Voraussetzungen nicht erfüllen, weil Sie beispielsweise Immobilien besitzen“, sagt Jean Hermesse. „Aber es gibt darunter auch solche, die Anspruch auf die erhöhte Kostenerstattung hätten, aber zu Unrecht denken, dass ein Antrag sich nicht lohnt. Möglich ist auch, dass unsere Informationen sie nicht wirklich erreichen. Wir müssen unsere Anstrengungen fortsetzen, um alle Anspruchsberechtigten ausfindig zu machen“.

Die CKK setzt sich deshalb für eine Fortsetzung dieser proaktiven Erkennung ein. Zu diesem Zweck reichen die Informationen der Steuerverwaltung nicht aus. Dazu meint Jean Hermesse: „Auch andere Einrichtungen können dabei eine Rolle spielen. Die ÖSHZ oder die Krankenhäuser könnten die Menschen beispielsweise auf diese Regelung der erhöhten Kostenerstattung hinweisen. Wir sprechen uns auch für eine halbautomatische Vergabe der erhöhten Kostenerstattung aus, ohne dass die Mitglieder einen Antrag stellen müssen. Aber dazu benötigen wir ausreichende Daten“.

Und die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Antwerpen bestätigen diese Ansicht: „Die gezielte proaktive Kontaktaufnahme ist eine vielversprechende Strategie, die sich auch für andere Bereiche als wirksam erweisen könnte. Eine noch weiter gehende Untersuchung läuft zurzeit, die die Wirksamkeit dieser Maßnahme noch verbessern könnte. Wir werden auch die Auswirkungen der erhöhten Kostenerstattung auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen analysieren.“


Pressemitteilung vom 21. November 2017

Weitere Informationen:

Jean-François Bodarwé – Presseverantwortlicher – jean-francois.bodarwe@mc.be – 0476 40 32 77