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Der richtige Umgang mit Antibiotika

Antibiotika können Leben retten. Aber Achtung: wir nutzen Antibiotika zu häufig. Das hat zur Folge, dass immer mehr Bakterienstämme eine Resistenz entwickeln. Daher sollten Antibiotika nur zum Einsatz kommen, wenn es absolut notwendig ist. Im Rahmen einer Aufklärungskampagne sensibilisiert der Föderale Öffentliche Dienst (FÖD) Volksgesundheit für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika

Antibiotika können Leben retten. Aber Achtung: wir nutzen Antibiotika zu häufig. Das hat zur Folge, dass immer mehr Bakterienstämme eine Resistenz entwickeln. Daher sollten Antibiotika nur zum Einsatz kommen, wenn es absolut notwendig ist. Im Rahmen einer Aufklärungskampagne sensibilisiert der Föderale Öffentliche Dienst (FÖD) Volksgesundheit für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika. Nach britischem Vorbild („Antibiotic Guardian“) werden die Menschen dazu aufgerufen, als „Antibiotika-Hüter“ das Medikament nur dann einzunehmen, wenn es vom Arzt verordnet wurde, und sich dabei strikt an die ärztlichen Vorgaben zu halten.

Was wissen Sie über Antibiotika? Machen Sie unseren Test:

  1. Antibiotika sind lebenswichtig: richtig/falsch
    Antibiotika verhindern das Wachstum von Bakterien im Körper. Dank Antibiotika ist die Sterberate seit dem 20. Jahrhundert stark gesunken. Durch den massiven Einsatz dieser Wirkstoffe verlieren Antibiotika allerdings vermehrt an Wirkung. Besonders Krankenhäuser werden mit antibiotikaresistenten Bakterien und nosokomialen Infektionen (Infektionen, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung auftreten), konfrontiert. Eine Reduzierung des Antibiotika-Konsums ist daher unerlässlich, um den Selektionsdruck  auf die Bakterien zu begrenzen und die Wirksamkeit der verfügbaren Medikamente so lange wie möglich zu erhalten. (Antwort:Richtig)

  2. Antibiotika wirken nicht gegen Viren: richtig/falsch
    Antibiotika wirken nicht bei viralen Infektionen. Es ist somit ganz normal, dass Ihr Arzt Ihnen bei einem Schnupfen, einer Grippe, Bronchitis, usw. keine Antibiotika verschreibt. Auch Mittelohrentzündungen, Angina usw. sind meist virale Infektionen. Sie können allerdings auch einen bakteriellen Ursprung haben. Das Immunsystem unseres Körpers ist durchaus in der Lage, solche Infekte in den Griff zu bekommen. (Antwort: Rcihtig)

  3. Antibiotika sind unumgänglich bei bakteriellen Infektionen: richtig/falsch
    Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Das bedeutet aber nicht, dass jede bakterielle Infektion zwingend mit Antibiotika behandelt werden muss. Unser Immunsystem ist in der Lage, auch bakterielle Erkrankungen wie Angina oder Mittelohrentzündungen zu heilen. Man muss ihm nur die Zeit und die Ruhe dazu geben. Ihr Arzt kann einen Schnelltest durchführen, um zu wissen ob und welches Antibiotikum er Ihnen verschreiben kann (z.B. durch einen Abstrich im Hals). Hierbei werden vorzugsweise Schmalspektrumantibiotika angewandt, die gezielt eine bestimmte Sorte Bakterien angreift. (Antwort: Falsch)

  4. Antibiotika beschleunigen den Heilungsprozess: richtig/falsch
    Antibiotika haben wenig oder keinen Einfluss auf die Schnelligkeit des Heilungsprozesses. Die meisten Erkrankungen heilen in der Regel innerhalb einiger Tage von alleine ab, egal ob es sich um eine virale oder eine leichte, bakterielle Infektion handelt. Hier gilt es eher die Symptome zu behandeln. (Antwort: Falsch)

  5. Antibiotika beugen Krankheiten vor: richtig/ falsch
    Antibiotika wirken nur gegen vorhandene Bakterien. Eine prophylaktische Einnahme ist somit sinnlos. Ganz selten kann eine vorbeugende Einnahme hilfreich sein. Beispielsweise bei Kontakt zu Patienten mit einer bakteriellen Hirnhautentzündung. Eine gute Handhygiene ist die beste Art und Weise, sich vor Bakterien zu schützen. Händewaschen vor und nach den Mahlzeiten, nach dem Toilettengang oder nach dem Naseputzen ist die beste Möglichkeit, Bakterien vorzubeugen. (Antwort: Falsch)

  6. Kinder brauchen häufiger Antibiotika als Erwachsene: richtig/falsch
    Kinder neigen dazu, häufiger krank zu werden als Erwachsene. Aus diesem Grund treten auch schwerwiegende Erkrankungen bei Kindern häufiger auf. Aber auch bei Kindern gilt: Verwenden Sie Antibiotika nur dann, wenn es absolut sein muss. Grippe, Schnupfen, Angina, Mittelohrentzündung und Co. heilen auch bei Kindern meist von alleine ab. Wird dem Kind ein Antibiotikum verschrieben, wird ihm gleichzeitig die Möglichkeit genommen, das eigene Immunsystem zu entwickeln und zu stärken. (Antwort: beide Antworten sind richtig)


Welche Punkte sollten Sie bei der Antibiotikaeinnahme beachten?

  • Nehmen Sie nur dann ein Antibiotikum ein, wenn ein Arzt eine Infektion diagnostiziert hat und er das Antibiotikum für erforderlich hält (manchmal erfordert dies zusätzliche Tests, z.B. über eine Blut- oder Urinprobe);
  • Verwenden Sie nur die Antibiotikasorte, die der Arzt für die Infektion verschrieben hat;
  • Halten Sie die vorgeschriebene Dosis ein;
  • Hören Sie mit der Einnahme nicht zu früh auf;
  • Bewahren Sie keine Antibiotika auf und nehmen Sie niemals ein Antibiotikum aus einer aufbewahrten, geöffneten Schachtel

Weitere Infos unter: www.antibioticguardian.com/german