Die neue Website der CKKInfos und AktuellesNeuigkeiten2018

Gesundheitlicher Rat aus dem Internet: Chancen und Risiken


Von den 11,3 Millionen Einwohnern unseres Landes surften im Jahr 2016 9,64 Millionen im Internet. Im Schnitt waren die belgischen Internetnutzer jeden Tag 4,21 Stunden online – auch auf der Suche nach Gesundheitsratschlägen. Laut einer CKK-Studie wird im Internet sehr gerne nach Antworten auf Gesundheitsfragen gesucht; 28 Prozent der Befragten gaben an, dass zunächst noch der Rat des Hausarztes gilt. Bei den 18- bis 34-Jährigen steht hier die Internet-Recherche an erster Stelle. Das Informationsangebot ist reichhaltig, allerorts und zu jeder Zeit verfügbar. Wer soll sich da noch zurechtfinden...

Suchmaschinen informieren auch über die schlimmsten Fälle

Wenn Sie beim Auftreten von Hautpickeln einen Therapievorschlag im Internet suchen, kann es passieren, dass sie nach Eingabe eines Stichwortes sogleich in eine Falle tappen! Im  Internet stößt nämlich Ihr Suchwort auf eine ungefilterte Auflistung von Krankheitsbildern -  von der banalen Hautreizung bis zum bösartigen Hautkrebs, obwohl die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken weitaus geringer ist. Surfen Sie daher im vollen Bewusstsein und realistisch durch die vorgeschlagenen Antworten auf Gesundheitsfragen.

Glaubwürdigkeit ist nicht immer garantiert

Entscheidend ist die Qualität der Gesundheitsinformationen der verschiedene Anbieter;  kommerzielle Seiten, Gesundheitsforen und nicht mehr aktuelle Informationen liegen eng beieinander. Eingerahmte oder hervorgehobene Gesundheitsinformationen sind von kommerziellen Anbietern bewusst „sichtbar“ platziert: obwohl sie obenan genannt werden, sind sie kein Garant für die gute Qualität ihrer Information.


Welches Portal ist glaubwürdig?

  • Einige Websites werden von unabhängigen Experten geprüft und können ein entsprechendes Qualitätssiegel vorweisen. Es handelt sich um seriöse und anerkannte medizinische Vereinigungen („mongeneraliste.be“), Organisationen (Website der CKK) oder Patientenvereinigungen (Patienten Rat & Treff - PRT).
  • Hüten Sie sich vor Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen (Pharmaindustrie, medizinische Ausrüsterfirmen usw.), denen nur daran gelegen ist, ihre Produkte zu vermarkten.
  • Bevorzugen Sie Websites mit Qualitätssiegel. Zu diesen Prüfzeichen zählt zum Beispiel "Honcode", wo es um die Förderung der Verbreitung von hochwertigen Gesundheitsinformationen für Patienten, Fachleuten und die breite Öffentlichkeit und den erleichterten Zugang zu den neuesten und relevantesten medizinischen Daten im Internet geht.
  • Achten Sie auf das Veröffentlichungsdatum der Information. 
  • Achten Sie darauf, dass die Informationen vorzugsweise von einem Arzt stammen. 

Qualität der Diskussionsforen unterscheidet sich stark

Es kann davon ausgegangen werden, dass sich unter den ersten Suchergebnissen das eine oder andere bekannte Gesundheitsforum befindet. Hier handelt es sich nicht um medizinische Informationen, sondern um den Erfahrungsaustausch von Patientengemeinschaften (oder deren Angehörigen), die jedoch nicht imstande sind, Symptome fachgerecht zu deuten. Durch Lesen oder Teilnahme an Online-Diskussionen können sich Unbehagen und Ängste verstärken, denn jeder Teilnehmer empfiehlt aus seinem ganz persönlichen Erfahrungsschatz und löst nicht unbedingt das Problem. Diskussionsforen sind hingegen sehr nützlich, da sie beispielsweise die Solidarität unter Patienten und den Informationsfluss zu Behandlungsmöglichkeiten fördern.

Der Hausarzt gilt!

Surfer haben hauptsächlich Probleme, bei der Fülle an Gesundheitsinformationen seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. Der Hausarzt erkennt die Zusammenhänge der Symptome bereits im Ansatz und weiß zuverlässige und aktuelle Befunde zu geben. Durch kurze Befragung macht er sich rasch ein Bild. Sobald die Diagnose feststeht, können online zusätzliche Informationen  heruntergeladen werden, um das Krankheitsbild besser zu verstehen, die vorgeschlagene Behandlung abzugleichen bzw nach Alternativen Ausschau zu halten oder eine anstehende weitere Untersuchung vorzubereiten. Es ist zudem nicht einfach, sich an all das zu erinnern, was der Arzt während der Konsultation gesagt hat. Das Internet kann dann sowohl für den Patienten als auch für den Arzt zum Verbündeten werden.