Hormonaktive Substanzen (auch endokrine Disruptoren)
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Hormonaktive Substanzen (auch endokrine Disruptoren)


Hormonaktive Substanzen (EP) sind chemische Elemente, die ein bestimmtes Hormon „vortäuschen“ und uns irgendwie "aus dem Gleichgewicht bringen".  Sie begegnen uns quasi überall: Sie werden eingeatmet, eingenommen, auf der Haut aufgetragen...

Was sind hormonaktive Substanzen?

Die bekanntesten sind:

  • Bisphenol A ("BPA") findet man in starren Kunststoffen und Auskleidungen von Konservendosen;
  • Phthalate sind Weichmacher, die in weichen Kunststoffen, in bestimmten synthetischen Kleidungsstücken, in Bodenbelägen, in Kosmetika zu finden sind;
  • Parabene werden wegen ihrer antiseptischen und pilzabtötenden Eigenschaften in Kosmetika und Pflegeprodukten, aber auch in Lebensmitteln verwendet;
  • Perfluorierte Verbindungen (PFCs) sind wasser- und fettabweisend und werden zur Abdichtung von Textilien, Oberflächen oder Verpackungen (Papier und Kunststoff) benutzt;
  • Pestizide werden auf unseren Dekorations- oder Lebensmittelpflanzen und auf Tierfutter aufgetragen. Sie sind nicht immer durch Waschen oder Schälen des jeweiligen Erzeugnisses abbaubar.
Einige Gesundheitsprobleme gelten als (zumindest teilweise) durch EP verursacht, wie z.B. Unfruchtbarkeit, Schilddrüsenprobleme, bestimmte Krebsarten.... Bei einigen bereits bekannten EPs, die damit direkt in Verbindung gebracht werden, kommt die Bedrohung vor allem aus dem Zusammenschluss von chemischen Molekülen, denen wir jeden Tag begegnen, verbunden mit Gewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum, sitzende Lebensweise, ungesundes Essen....

Sie kommen überall vor!

Wenn man uns sagt, dass wir sie aus unserem Leben verbannen sollen, müssen wir uns den Gegebenheiten stellen: Während eine weitest mögliche Einschränkung noch realistisch zu sein scheint, ist eine vollkommene Verbannung fast unmöglich, weil der Einsatz von Chemikalien ein wesentlicher Bestandteil unserer heutigen Lebensweise geworden ist… Mit anderen Worten, EP ist möglicherweise in allem enthalten, was nicht zu 100 Prozent natürlich, behandlungsfrei, ohne Konservierungsmittel, ohne Pestizide oder ohne Farbstoffe ist. Denken Sie in diesem Zusammenhang an 

  • Lebensmittel (industriell verarbeitete Produkte, Verpackungen, Pestizide); 
  • Einrichtungsgegenstände (Sperrholz, Lacke, Kissen, Plastikgeschirr)....; 
  • Körperpflege (Cremes, Seifen, Deodorants); 
  • Schönheitsprodukte (Nagellack, Haarspray, Rasierschaum); 
  • Baumaterialien (Böden, Farben); 
  • Kleinkinderbedarf (Tücher, Babyflaschen, Plüschtiere, Matratzen, kleine Industriegläser).

Sind wir jetzt den Wirtschaftsinteressen ausgeliefert ?

EP‘s sind bereits seit etwa 20 Jahren bekannt und Dutzende von wissenschaftlichen Studien laufen derzeit, um entweder ihre Auswirkungen zu erfassen oder Alternativen zu entwickeln. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Gemeinschaft bereits mehrere Listen mit gefährlichen Stoffen erstellt haben, sind noch lange nicht alle benannt; jedes neue Molekül sollte auf den Prüfstand.

Durch die Fähigkeit, Beschriftungen korrekt zu lesen, verstehen wir, was wir konsumieren. Achten wir auch auf Vermarktungsfallen: Ein Produkt mit der Bezeichnung "phthalatfrei" ist nicht notwendigerweise 100 Prozent gesund. Eine verbotene Substanz kann von Herstellern umgangen werden, indem eine bekannte Substanz durch eine andere ersetzt wird, die zwar (noch) unerkannt aber ebenso gesundheitsschädlich ist.

Welches sind die Risikogruppen?

Die Verwendung von hormonaktiven Substanzen ist für jedermann schädlich. Besonders gefährdet sind sie bei Menschen, die sich im Wachstumsprozess befinden. In dieser Lebensphase nämlich spielen Hormone eine sehr wichtige Rolle:

  • Föten, die über die Mutter hormonaktiven Substanzen ausgesetzt sind ;
  • Kleinkinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, besonders während der Gehirnbildung;
  • Jugendliche, in der geschlechtlichen Entwicklungsphase.

Für diese besonders gefährdeten Gruppen wird eine besondere Wachsamkeit empfohlen.

Vorkehrungen im Alltag

  • Kleidung: Waschen Sie neue Kleidung vor dem Tragen, bevorzugen Sie Bio-Baumwolle und kaufen Sie keine Kleidungsstücke mit Plastikaufdrucken. Wenn Sie Einrichtungstextilien wie Kissen oder Teppiche benutzen, die sich nicht waschen lassen, lüften Sie regelmäßig die Innenräume und reinigen Sie die abwaschbaren Oberflächen mit einem feuchten Tuch.
  • Badezimmer: Seien Sie sparsam im Umgang mit Produkten und bevorzugen Sie die natürlichsten Alternativen: unparfümiert, mit möglichst wenigen Zusätzen und/oder mit einem Öko-Siegel. Kosmetika enthalten besonders viel PE.....
  • Lebensmittel: Meiden Sie industriell hergestellte Speisen, bevorzugen Sie frische und saisonale Produkte ohne übertriebene Verpackung. Reinigen Sie vor dem Verzehr Obst und Gemüse gründlich. Trinken Sie Ihre Getränke nach Möglichkeit aus Glasflaschen anstatt aus Kunststoffflaschen oder Dosen.
  • Kochen: Wählen Sie inerte Materialien wie Glas oder Keramik, insbesondere zum Erwärmen von Lebensmitteln (stecken Sie keine Kunststoffbehälter in die Mikrowelle). Ersetzen Sie die ganz oder teilweise kunststoffbeschichteten Küchenutensilien (die antihaftbeschichtete Pfanne....) bei den ersten Abnutzungserscheinungen.

Steht ein gesellschaftlicher Wandel bevor?

Hormonaktive Stoffe sind ein integraler Bestandteil unseres Entwicklungsmodells. Eine Abwendung ist derzeit nicht möglich, ohne dafür auf viele Fortschritte verzichten zu müssen. Denken Sie zum Beispiel an Sonnenschutzmittel mit ihren schädlichen Molekülen, die uns andererseits vor Hautkrebs schützen, oder an Blechdosen, UHT-Milchkartons  (Tetra-Paks), usw… 

Im individuellen oder Familienbereich wird der Einsatz von "hausgemachten" Reinigungsmitteln spürbarer. Nachbarn teilen sich einen Bio-Gemüsegarten. Eltern kaufen ausschließlich Holzspielzeug und Glasflaschen. Bemerkenswert lässt sich eine Abwendung von der industriellen Kosmetik hin zu natürlichen Alternativen feststellen. 

Die Botschaft ist eindeutig: Handlungsbedarf ist angesagt, wo immer es sich ergibt. IHRE ganz persönliche Zukunft sollte alternativ gestaltet werden. 

Auch auf kollektiver Ebene ist ein Eingriff möglich. Viele Bürger-Bewegungen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen, versuchen, Druck auf die Regierungen, insbesondere auf die Europäische Union, auszuüben. Einerseits, um den Herstellern Normen aufzuerlegen (wie die REACH-Verordnung, die einen sehr klaren Rahmen für die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in der EU bietet) und andererseits, um sicherzustellen, dass die Regierungen mehr Mittel für die Forschung an unbedenklichen Molekülen bereitstellen.