Covid-19GesundheitSchwangerschaft und EntbindungDas Leben mit Ihrem Kind

Der Rhythmus Ihres Kindes

Ein Kind ist nicht wie das andere. Beobachten und beachten Sie den Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes, seinen Essens- und Spielrhythmus…

Inhaltsverzeichnis

Der Schlaf Ihres Kindes… und Ihr eigener Schlaf

Ein Kind ist nicht wie das andere. Ihr Baby kann mehr oder weniger Schlaf benötigen als alle anderen. Beobachten Sie es, achten Sie darauf, wenn es lächelt oder missmutiger wird. Versuchen Sie, seinen Rhythmus zu respektieren.

Ein Neugeborenesschläft anders als ein Erwachsener. Es schläft von einer Sekunde zur anderen ein und der Schlafzyklus ist kürzer. Es schläft auch lange Zeit tagsüber und unterscheidet nicht zwischen Tag und Nacht. Nachts wacht es mehrmals auf, um gestillt zu werden.

Bis zu 2 Monaten schläft ein Baby 16 bis 17 Stunden pro Tag. Die Wachzeiten verteilen sich über die gesamte Zeit und sind ziemlich kurz.

Dann werden die Wachzeiten allmählich länger.

Zwischen 3 und 6 Monaten schläft ein Baby in der Regel in 2-Stunden-Perioden, unterbrochen von Wachphasen von etwa ½ Stunde. Tagsüber bleibt es allmählich länger wach und die Schlafphasen in der Nacht werden immer länger.

Im Alter von etwa 1 Jahr setzt der Tag-Nacht-Rhythmus in der Regel ein. Nachtschlafphasen verlängern sich und das Kind macht oft morgens und nachmittags ein Nickerchen.

Kinder zwischen 1 und 3 Jahren verbringen in der Regel Nächte von 10 bis 12 Stunden. Das kleine Morgenschläfchen verschwindet, und ab 2 Jahren beginnt das Nachmittagsschläfchen weniger zu werden.

Wenn Ihr Kind am Nachmittag nicht mehr schläft, kann es unter Umständen nachts länger schlafen.

Das Familienschlafzimmer

Sie können Ihr Baby bis 6 Monate in Ihrem Zimmer schlafen lassen, idealerweise in einem kleinen angepassten Bett.

Wenn Sie Ihr Baby in der Nähe haben möchten, können Sie ein spezielles Beistellbett mit einer offenen Seite wählen, das an Ihrem Bett befestigt werden kann.

Aber im selben Zimmer zu schlafen bedeutet nicht, dass man sich Bett teilt. Es wird dringend davon abgeraten, das Kind mit ins Elternbett zu nehmen. Wenn das ab und zu geschieht, ist das nicht schlimm, solange Sie einige Sicherheitsrichtlinien einhalten. Aber seien Sie vorsichtig, wenn dies täglich der Fall ist.

Sicher schlafen

Das Schlafen in einer sicheren Umgebung ist wichtig, um einem plötzlichen Kindstod und Unfällen vorzubeugen. Ein Bett, in dem Ihr Kind sicher schläft, sieht so aus:

  • eine feste Matratze, die an die Größe des Bettes angepasst ist;
  • nicht mehr als 6,5 cm zwischen den Stäben
  • kein Kopfkissen;
  • ein Schlafsack statt einer Decke;
  • kein Gegenstand um den Hals des Kindes;
  • nicht mehr als ein kleines Kuscheltier

Und was ist mit den Eltern?

Manche Babys schlafen wie Murmeltiere, andere wachen jede Nacht und manchmal mehrmals pro Nacht auf. Sie suchen Gesellschaft, sie haben ihren Schnuller verloren, sie wollen sich umdrehen und schaffen es nicht alleine, sie sind nass und fühlen sich nicht wohl, sie sind hungrig, obwohl es noch nicht so weit ist... Kurz gesagt, sie halten die Nacht für den Tag und ihre Eltern sind zunehmend erschöpft. 

Gehen Sie nicht zu spät schlafen, dies ist nicht die Zeit für lange Abende oder lange Reisen. Warum gehen Sie nicht wieder ins Bett, nachdem Sie Ihr Kind in der späten Nacht noch gestillt oder ihm die Flasche gegeben haben? Und vergessen Sie den Mittagsschlaf nicht. Zu zweit ist es noch schöner!

Im Falle von übermäßiger Müdigkeit, Stress, Niedergeschlagenheit, Angst, zögern Sie nicht, mit Ihrem Umfeld darüber zu sprechen. Erfahrungsaustausch kann beruhigen und entlasten, durch Kommunikation können Sie verstehen, was schiefläuft, und eine Lösung finden.

„Die Rückkehr nach Hause war problematisch. Ich musste das Baby stillen, und der Zweijährige zu Hause brauchte noch viel Aufmerksamkeit. Es dauerte sechs Monate, bis wir eine ruhige Nacht hatten. Eine Ewigkeit!“

„Ich stille immer noch, und das Baby kann mal früher mal später trinken. Wenn es schläft, genießen wir die Zeit zwischendurch und planen uns gemeinsame Dinge ohne das Kind“.

„Bei diesem kleinen Vampir ist das nicht immer ganz einfach. Ich frage mich, wie man es richtig macht und manchmal will ich es auch zu gut machen. Ich habe auch Angst vor dem plötzlichen Kindstod und gehe oft in sein Zimmer, um nachzuschauen, ob es gut schläft.“

„Mein Mann ist ein Schatz. Als unser Baby das erste Mal durchgeschlafen hat, brachte er mir das Frühstück ans Bett. Ich war so überrascht und gerührt, dass ich in Tränen ausbrach. Er hat mich ganz verwirrt angestarrt, der Ärmste.“

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Für einen sicheren Schlaf

Legen Sie Ihr Baby immer auf den Rücken und in eine sichere Umgebung.

Das Bett

Legen Sie Ihr Kind immer auf den Rücken und verwenden Sie einen kleinen Schlafsack als Ersatz für die Decke oder das Daunenbett, unter denen es ersticken könnte oder ihm zu heiß werden könnte. Zum Spielen hingegen sollte es regelmäßig auf den Bauch oder auf die Seite gelegt werden, um zu vermeiden, dass es immer nur auf dem Rücken liegt und dass z.B. der Hinterkopf abflacht. Auf diese Weise werden auch andere Muskeln entwickelt.

Vor dem Alter von 2 Jahren sollten Sie es vermeiden, Gegenstände ins Bett zu legen, mit denen das Kind seinen Kopf bedecken könnte, z.B. große Plüschtiere, eine Decke, eine Bettumrandung, ein Kissen. Entfernen Sie auch alles, was es im Schlaf erwürgen könnte, wie Schnullerhalsband, Handykabel oder Bänder...

Lassen Sie kein Spielzeug im Bett liegen. Sie helfen Ihrem Kind, zwischen einer Umgebung zum Schlafen und einer Umgebung zum Spielen zu unterscheiden.

Ziehen Sie Ihr Baby zum Schlafen nicht zu warm an, es ist sehr hitzeempfindlich. Berücksichtigen Sie die Umgebungstemperatur. Wählen Sie vorzugsweise einen ärmellosen Schlafsack mit einem Reißverschluss der sich von unten nach oben öffnet und der Größe und dem Alter des Kindes anpasst ist.

Legen Sie niemals Kirschkernkissen, Wärmflaschen oder elektrische Heizdecken in die Wiege.

Die Umgebung

Stellen Sie das Bett von der Heizung weg. Achten Sie darauf, die Raumtemperatur zwischen 18 und 20°C zu halten. Lüften Sie den Raum regelmäßig.

Vergewissern Sie sich, dass Ihr Baby gut schläft, besonders nach einem schweren Schreianfall. Aber machen Sie sich nicht verrückt. Ein Babyfon kann nützlich sein, aber reagieren Sie nicht auf jedes Geräusch, das Ihr Kind im Schlaf macht.

Rauchen Sie nicht in Gegenwart Ihres Babys und schon gar nicht in dem Raum, in dem sich das Bett und der Kinderwagen Ihres Babys befinden. Dies reduziert das Risiko eines plötzlichen Kindstodes oder der Entstehung von Asthma-Symptomen. Ihr Baby wird auch weniger anfällig für Erkältungen, Bronchitis oder Mittelohrentzündungen sein.

Und schließlich sollten Sie Ihren Haushund oder Ihre Hauskatze nicht in das Zimmer Ihres Kindes lassen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Schlafrhythmen und -rituale

Helfen Sie Ihrem Kind mit einem täglichen Schlafritual beim Einschlafen.

Vorbereitungen für den Schlaf

Helfen Sie Ihrem Kind, zwischen Tagesaktivität und Nachtruhe zu unterscheiden. Mit einer guten Vorbereitung und einem kleinen täglichen Ritual (eine Geschichte, ein Lied, viel Streicheleinheiten) wird sich Ihr Kind sicherer fühlen, wenn es in den Schlaf gleitet.

Das Ritual ist für jedes Kind unterschiedlich, je nach Charakter, Alter, Interessen, oder ob es allein im Zimmer liegt oder das Zimmer mit anderen Kindern teilt. Dieses Ritual sollte angepasst werden, wenn das Kind woanders schläft. 

Der richtige Zeitpunkt

Wie die Erwachsenen hat jedes Kind seinen eigenen biologischen Rhythmus, der auch den Übergang von der Wach- zur Schlafphase beeinflusst.

Kinder haben oft eine kurze Phase der Aktivität vor dem Einschlafen. Diese erlaubt es ihnen, den Stress und die Ereignisse des Tages zu bewältigen. Also ist jetzt kein guter Zeitpunkt, sie ins Bett zu bringen.

Achten Sie auf die ersten Anzeichen von Müdigkeit bei Ihrem Kind (es gähnt, hat einen trüben Blick, blinzelt immer wieder, reibt sich Augen, Nase oder Ohren....). Dann bringen Sie Ihr Kind ins Bett.

Allein einschlafen lernen

Gewöhnen Sie Ihr Kind daran, allein einzuschlafen, auch wenn Sie in der Nähe sind und es Sie im Nebenraum hören kann. Gewöhnen Sie es nicht daran, mit einer Stillmahlzeit oder in Ihren Armen einzuschlafen. Dann wird es nämlich nicht ohne Sie einschlafen können. Er wird Sie dann auch brauchen, um mitten in der Nacht wieder einzuschlafen.

Zuweilen unruhiger Schlaf

Ihr Kind rührt sich in seinem Bett, seine Augen bewegen sich, es gibt kleine Geräusche von sich? Vielleicht ist Ihr Kind gar nicht wach, sondern träumt möglicherweise von seinen Erlebnissen des Tages. Vergewissern Sie sich nur, dass alles in Ordnung ist, aber wecken Sie es nicht auf.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Schnuller oder Daumen?

Soll das Baby den Schnuller bekommen oder nicht? Für oder gegen den Schnuller zu sein, ist meistens eine Entscheidung der Eltern...

Das Saugbedürfnis

Saugen ist ein angeborener Reflex bei Babys. Es erlaubt ihnen, sich zu ernähren. Dieses Saugen dient der Ernährung. Nach dem Durchbrechen der ersten Milchzähne (erster Zahn mit etwa 6 Monaten) weicht der Mechanismus „Saugen und Schlucken“ allmählich dem Kauen. 

Bei Kleinkindern verlängert sich der Saugreflex oft um mehrere Monate (oder Jahre bei einigen), sowohl mit dem Daumen als auch mit einem Schnuller (oder einem anderen Gegenstand). Diese Form des Saugens wird als nicht ernährungsbezogenes Saugen bezeichnet: Es tröstet das Kind, z.B. wenn es sich an einem unbekannten Ort befindet, in Abwesenheit der Eltern.... Durch das Saugen kann das Kind auch leichter einschlafen.

Der Schnuller

Sowohl Daumen als auch Schnuller können die Position der zukünftigen Zähne und die Art und Weise, wie Ihr Kind schluckt und spricht, beeinflussen.

Es gibt sogenannte „physiologische“ Sauger: Sie sind flexibler und haben eine Form, die sich der Mundform des Kindes besser anpasst und die Atmung durch die Nase und nicht durch den Mund ermöglicht. Auf diese Weise soll die Verformung der Kiefer eingeschränkt werden.

Auch wenn die Auswirkungen auf die Zahnentwicklung mit einem Schnuller weniger problematisch sind, bleiben sie nicht ganz aus! Ideal ist es, den Gebrauch des Schnullers so schnell wie möglich (ab 6 Monaten) einzuschränken. Sie können sich entscheiden, ihn Ihrem Kind nur zu bestimmten Zeiten zu geben (z.B. während des Mittagsschlafes oder vor dem Schlafengehen).

Gut zu wissen

  • Vermeiden Sie es, Ihrem Baby einen Schnuller zu geben, wenn Sie stillen: Das Saugen ist anders, und es könnte das Stillen beeinträchtigen.
  • Der Schnuller sollte niemals versüßt werden (z.B. mit Honig, Sirup, Marmelade...); dies verursacht oft große Schäden an Milchzähnen (Schmerzen, Karies...), die eine frühzeitige und oft schwierige Zahnpflege erfordern. Außerdem gewöhnt sich das Kind sehr schnell an den Zucker: Die Entwöhnung wird dann noch schwieriger.
  • Wenn der Schnuller auf den Boden fällt, waschen Sie ihn mit heißem Wasser ab, aber reinigen Sie ihn nicht, indem Sie ihn in Ihren eigenen Mund stecken. Dabei besteht die Gefahr, dass Sie Krankheitserreger auf Ihr Kind übertragen, die seine Zähne angreifen können.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis