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Recht auf freie Wahl des Leistungserbringers


Jeder Patient hat das Recht auf freie Wahl des Leistungserbringers. Es gibt allerdings Begrenzungen...

Johannes

Ich bin umgezogen und auf der Suche nach einem neuen Hausarzt. Drei haben mich bereits wissen lassen, dass sie keine neuen Patienten mehr betreuen. Der vierte Arzt empfängt ausschließlich auf Termin.

Ist ein Allgemeinmediziner nicht verpflichtet, einen Patienten zu behandeln, der in seiner Gegend wohnt?

Der Patient darf sich seine Leistungserbringer*, also auch seinen Hausarzt, frei aussuchen. Auch darf er den Arzt wechseln, wenn er dies wünscht. Das heißt aber nicht, dass der Leistungserbringer alle Patienten annehmen muss. Außer in Notfällen darf ein Leistungserbringer die Betreuung neuer Patienten ablehnen. In diesem Fall ist er verpflichtet, allen Patienten eine hochwertige Versorgung zu gewähren.

Es ist dem Leistungserbringer hingegen untersagt, einen Patienten wegen seiner Weltanschauung oder seiner Rasse abzuweisen.

Wie geht das mit meiner Patientenakte*? Wird mein ehemaliger Hausarzt die Akte problemlos an meinen neuen Arzt weiterleiten?

Wenn der Patient ausdrücklich darum bittet, ist der Leistungserbringer verpflichtet, die Patientenakte* an den vom Patienten genannten neuen Arzt zu weiterzuleiten, ohne dass dem Patienten dabei Kosten entstehen.

Dürfen Allgemeinmediziner unterschiedlich hohe Honorare fordern?

Achten Sie bei Ihrer Entscheidung darauf, dass der von Ihnen aufgesuchte Arzt Vertragsarzt* ist. Ein Vertragsarzt muss Sie stets nach amtlichem Tarif* behandeln. Das hat keinerlei Auswirkung auf den Termin oder die Freiheit der Beratung.

Magda

Ich leide seit Jahren an Rückenschmerzen. Mein Hausarzt hat mich an einen Facharzt in meiner Gegend überwiesen, der eine rasche Operation in Aussicht stellt.

Wenn ich ein zweites Gutachten einholen möchte, erhalte ich dann ebenfalls eine Kostenerstattung? Könnte mir der erste Facharzt deswegen Vorwürfe machen?

Sie dürfen ohne Bedenken eine Zweitmeinung einholen. Die Kosten für diese Beratung werden Ihnen erstattet. Um unnötige Untersuchungen zu vermeiden, sollten Sie Ihren Hausarzt bitten, seinem Kollegen Ihre Patientenakte* zu übermitteln. Auf diese Weise erfährt Ihr Hausarzt auch, dass Sie eine Zweitmeinung wünschen.

Ich habe erfahren, dass der Facharzt in einer teuren Klinik operiert. Muss ich mich zur Behandlung tatsächlich in diese Klinik begeben?

Der Patient muss dem Arzt seiner Wahl in das Krankenhaus folgen, in dem dieser praktiziert. Wenn Sie den Eingriff im Voraus terminlich vereinbaren können, informieren Sie sich ebenfalls über die finanziellen Aspekte. Fragen Sie immer nach der Aufnahmeerklärung*. Auf der Aufnahmeerklärung haben Sie die Möglichkeit, den ausdrücklichen Wunsch einer Behandlung zum amtlichen Tarif* oder bei einem bestimmten Arzt anzukreuzen.

Wenn Sie die Behandlung zum vertraglich vereinbarten Tarif* (Kassentarif*) wüschen, ist Ihre Arztwahl auf die Vertragsärzte beschränkt. Wenn kein Vertragsarzt verfügbar ist, wird das Krankenhaus Ihnen einen Arzt nennen, der nach Kassentarif arbeitet.

Wenn Sie besonderen Wert darauf legen, von einem bestimmten Arzt behandelt zu werden, erkundigen Sie sich, ob dieser Arzt sich ganz, teilweise oder überhaupt nicht an die Verträge mit den Kassen* hält. Wenn er teilweise oder überhaupt nicht vertraglich gebunden ist, wählen Sie ein Zweibett- oder Mehrbettzimmer. Die übertariflichen Honorare* der teilweise oder überhaupt nicht vertraglich gebundenen Ärzte, sind nämlich weniger hoch, als im Einzelzimmer. Es sei darauf hingewiesen, dass es Vertragsärzten in vielen Krankenhäusern untersagt ist, im Zweibett- oder Mehrbettzimmer übertarifliche Honorare* in Rechnung zu stellen.

Ludwig

Ich bin seit vielen Jahren bei der CKK versichert und zurzeit arbeitsunfähig. Von Zeit zu Zeit werde ich vom CKK-Vertrauensarzt vorgeladen und komme mir stets wie ein Schmarotzer vor! Ich würde am liebsten sogleich wieder arbeiten, leider geht das zurzeit nicht!

Ich habe von der freien Arztwahl gehört. Trifft das auch auf den Vertrauensarzt zu?

Grundsätzlich haben Sie nicht die freie Wahl des Vertrauensarztes. Das hat mit organisatorischen Gründen aber auch mit dem Bestreben nach Unvoreingenommenheit zu tun.

Allerdings ist es auch ganz klar, dass die Vertrauensärzte die Patientenrechte achten und jedem Menschen mit Respekt begegnen müssen. Wenn Sie sich über das Verhalten und/oder die Einstellung eines Vertrauensarztes beklagen möchten, können Sie sich an die Beschwerdestelle der Krankenkasse oder an den föderalen Ombudsmann für Patienten wenden.

Ist meine freie Arztwahl demnach also eingeschränkt?

Es gibt hier in der Tat einige Einschränkungen, abhängig von:

  • der Rechtslage:
    • Ärzte, die Untersuchungen oder Kontrollen im Rahmen der Arbeitsmedizin, der Sozialversicherung (beispielsweise Arbeitsunfall- oder Krankenversicherung) durchführen;
    • Notärzte (z.B. der Arzt, der zum Rettungsteam beim Einsatz des mobilen ärztlichen Not- und Wiederbelebungsdienstes (frz. SMUR)* gehört);
  • praktischen oder organisatorischen Kriterien, wie:
    • „Zeit- oder Platzmangel“;
    • Teameinsätze;
    • Verbindung zu einer bestimmten Einrichtung oder einem Krankenhaus (Sie können sich beispielsweise das Krankenpflegepersonal in einem Krankenhaus nicht aussuchen);
    • die Verfügbarkeit der Mitarbeiter in den Bereitschaftsdiensten* oder in den Notaufnahmen;
    • der Wahl des Zimmers oder der Entscheidung für eine Behandlung nach amtlichem Tarif*.