Die Wasserpfeife: alles andere als harmlos

Seit etwa zehn Jahren zeigt sich unter Jugendlichen eine neue Tendenz. Das über Nordafrika und den Nahen Osten zu uns gelangte Shisha-Rauchen (Shisha geht auf das persische Wort für Glas zurück und bezieht sich auf das Rauchgefäß) in Nargileh-Bars (was Kokosnuss bedeutet und ein Hinweise auf das Gefäß ist, das vor dem Glas verwendet wurde) ist das Wasserpfeifen-Rauchen, eine geläufige und gesellige Praxis der Entspannung, die häufig in Gesellschaft stattfindet. Shisha- oder Nargileh-Bars tauchen überall in den europäischen Städten auf.

Ein echtes Gesundheitsrisiko

Mehrere Umfragen weisen darauf hin, dass die Bevölkerung nur sehr schlecht informiert ist oder sich auf falsche Vorstellungen beruft, wie: „Über die Wasserpfeife werden natürliche Kräuterdämpfe, ohne Nikotin, sowie Fruchtaromen, inhaliert, die nicht süchtig machen,..“ oder „Der Rauch wird durch das Wasser gefiltert, man atmet also nur Wasserdämpfe ein, …“. Die meisten haben also keine Ahnung von der Wirkung und noch weniger von den gesundheitlichen Risiken der Wasserpfeife.

Die Shisha ist eine Wasserpfeife, in die oben, in den Kopf oder Topf, eine Holzkohle gelegt wird, welche eine spezielle Tabaksorte langsam verbrennt. Häufig ist der Tabak mit Fruchtaromen angereichert. An dem Gerät sind mehrere bewegliche Schläuche befestigt, wovon einer an einen halb mit Wasser gefüllten Behälter angeschlossen ist, der andere als Rauchsäule dient. Der im Kopf erzeugte Rauch wird durch das Wasser abgekühlt und vom Raucher eingeatmet.

Eine Shisha-Sitzung (45 bis 60 Minuten) entspricht dem Genuss von 10 bis 20 Zigaretten, bezogen auf den eingeatmeten Rauch. Häufig wird die Wasserpfeife in geschlossenen Räumen geraucht, wo die Vergiftungsgefahr und das Risiko des Passivrauchens besonders groß sind. Das gleichzeitige Ziehen an demselben Mundstück erhöht auch das Risiko der Übertragung von Krankheiten (Herpes, bestimmte Pilzarten, Tuberkulose, …). Durch das Verbrennen von Holzkohle entsteht viel Kohlendioxid, das sich zum Tabakrauch und zum CO2 gesellt, das wiederum bei der Tabakverbrennung entsteht. Über die Wasserpfeife wird weniger Nikotin eingeatmet als über die Zigarette, aber dafür mehr Rauch (zwei bis drei Wasserpfeifen entsprechen 40 Zigaretten). Auch die Wasserpfeife macht körperlich abhängig. Als Alternative zur Zigarette ist sie keineswegs weniger schädlich: die gesundheitlichen Risiken sind die gleichen.