Genesungsaufenthalte – zu wenig bekannt und nicht anerkannt!

Die Christliche Krankenkasse (CKK) leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung von Genesungsangeboten. Die zu wenig bekannte Möglichkeit einer Erholung in einer geeigneten Einrichtung ist aber unverzichtbar, wenn es darum geht, den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, angesichts immer kürzerer Verweildauer im Krankenhaus, des wachsenden Bedarfs an Hilfe und Pflege… Die öffentlichen Behörden investieren jedoch nicht ausreichend in dieses Konzept.

Eine der größten Aufgaben, vor der unser Land in den nächsten Jahren steht, ist die Betreuung einer alternden Bevölkerung. Jeder muss die Möglichkeit haben, zu entscheiden, was für ihn das Beste ist. Dazu muss er ausreichende Wahlmöglichkeiten haben. Genau diese Linie verfolgt die CKK. Sie unterstützt Initiativen zu einer optimalen Absicherung der häuslichen Pflege, aber auch solche, die den Weg zwischen den Versorgungseinrichtungen, den Krankenhäusern und der Rückkehr in die häusliche Umgebung so harmonisch wie möglich gestalten. Eine echte Herausforderung!

Steigender Versorgungsbedarf nach der stationären Behandlung

Die kürzere Verweildauer im Krankenhaus lässt die Bedürfnisse der Patienten nach der Entlassung steigen. Die Investitionen verschieben sich also in die Pflege: Was früher den Krankenhäusern zufloss, muss jetzt mehr und mehr in die Begleitung des Patienten außerhalb des Krankenhauses investiert werden. Das lässt sich sehr gut bei unseren häuslichen Pflegediensten oder der Hilfe bei den Verrichtungen des alltäglichen Lebens beobachten: Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist der Patient zur vollständigen Wiederherstellung seiner Gesundheit und Eigenständigkeit viel mehr als früher auf eine Begleitung angewiesen, besonders ältere Patienten. Das Ende des Krankenhausaufenthalts bedeutet nicht unbedingt das Ende der Pflege- und Hilfebedürftigkeit.

Kaum bekannte Hilfe

Ein Genesungsaufenthalt stellt sich häufig als ein unverzichtbarer Übergang vom Krankenhaus zur eigenen Wohnung heraus. Diese Möglichkeit ist jedoch kaum bekannt und wird nicht spontan von den Familien oder gar von den Gesundheitsfachleuten bzw. Sozialarbeiter(inne)n in den Krankenhäusern in Betracht gezogen. Ein Teil der Herausforderung liegt also auch in der Information.

Die CKK hat drei Genesungszentren gegründet: Spa Nivezé, Ter Duinen und Hooidonk. Diese „Gesundheits- und Erholungseinrichtungen“ sind bisher einzigartig in der belgischen Gesundheitslandschaft. Sie sind heute weit mehr als ein Durchgangsheim zwischen Krankenhaus und Zuhause. Das lässt sich gut anhand des im Süden des Landes bekanntesten Genesungshauses darstellen: Spa Nivezé. 

Blick auf Nivezé

In diesem Haus können Patienten nicht nur zu neuen Kräften kommen, sondern auch eine sorgfältig abgestimmte Rehabilitation durchführen lassen, dank eines Teams aus Kinesiotherapeuten, die besonders für Herzkrankheiten, Neurologie, Orthopädie, Rheumatologie usw. geschult sind. Ein Team aus Pflegern, die ihre Ausbildung in Krankenhäusern erhalten haben, garantiert außerdem die Kontinuität der Versorgung der Patienten. Gleichzeitig werden Begegnung und Beziehungen gefördert: zwischen den Patienten bei den Mahlzeiten oder den Aktivitäten, mit dem Pflegepersonal, das stets ein offenes Ohr hat. Die Verbesserung des psychischen Wohlbefindens ist auch Teil eines besseren körperlichen Zustands. Die Umgebung lädt zum Auftanken, in einer für die Patienten angenehmen Grünlandschaft, aber auch für alle anderen (denn die Anlage ist öffentlich zugänglich, hier können Sie ein Gläschen trinken, aber auch ein Arbeitstreffen organisieren,…)

Künftig wird das Genesungsheim Spa-Nivezé, das auch Gruppen, Familien oder Einzelpersonen Erholungsaufenthalte anbietet, sein Angebot auch auf die pflegenden Angehörigen eines Patienten ausweiten. Diesen können sich seit einiger Zeit dort ebenfalls erholen. Die CKK fördert diese Dynamik. 

Wann werden die Genesungshäuser endlich anerkannt?

Die CKK und ihre Genesungshäuser denken ständig über Weiterentwicklungen nach, um den Bedürfnissen der Menschen entgegenzukommen, sei es durch eigene Dienstleistungen oder durch gemeinsame Unternehmungen mit anderen. Die politischen Entscheidungsträger haben hier eine doppelte Aufgabe zu erfüllen. Zum einen sind sie in der Lage, die Partnerschaften und die Vernetzung zwischen den Versorgungseinrichtungen zu fördern. Aber vor allem müssen die die Einheitlichkeit des Angebots durch eine Politik der Unterstützung stärken… Aber diese Unterstützung fehlt heute, insbesondere in der Wallonischen Region. Wann werden die regionalen Behörden den Genesungshäusern einen anerkannten Status und eine Finanzierung zuweisen? Das scheint uns die logische Folge der kürzeren Verweildauer im Krankenhaus und des gewünschten Ausbaus der häuslichen Versorgung zu sein. Eine solche Anerkennung stünde auch im Einklang mit der Entwicklung der Bedürfnisse der Bevölkerung. Flandern hat das bereits begriffen. Wann folgen die Wallonische Region und Brüssel?

Ihrer Philosophie und ihren Werten getreu ist die CKK bestrebt, die Ausgewogenheit des Versorgungsangebots zu stärken, in erster Linie zum Nutzen des Patienten, seiner Genesung, seiner Autonomie, seiner engen räumlichen Bindungen. Die Genesungsaufenthalte haben sehr wohl ihren Platz in der modernen Gesundheitspolitik. Die CKK wird die Genesungshäuser und sämtliche Initiativen zur Förderung des Wohlbefindens der Patienten auch weiterhin unterstützten… Aber wir erwarten von der Politik, dass sie diesen Ansatz so fördert, wie es angemessen wäre. 

meint Valérie Notelaers, Regionaldirektorin der CKK Lüttich