8 der 10 am häufigsten erstatteten Arzneimittel haben etwas mit unserer Lebensweise zu tun

Durch eine gesündere Umwelt, eine proaktivere Politik und eine angepasste Lebensweise lässt der Verbrauch von 8 der 10 am häufigsten von der Krankenkasse erstatteten Arzneimittel sich senken. Das ist eine der Schlussfolgerungen der neuen Top 10 der Arzneimittel, die von der Christlichen Krankenkasse (CKK) ermittelt wurden. Diese zehn Arzneimittel stellen 64 Prozent der Erstattungen des Landesinstituts für Kranken- und Invalidenversicherung (LIKIV) für Arzneimittel dar, das entspricht 1,7 Milliarden Euro. Die Gesamtsumme, die 2016 für die in der Apotheke gekauften und erstatteten Medikamente ausgegeben wurde, beträgt 2,6 Milliarden Euro. 

Unter den zehn in der Apotheke (also nicht im Krankenhaus) abgeholten Arzneimittel, für die eine Kostenerstattung vorgesehen ist, befinden sich Mittel gegen Bluthochdruck, Antazida, Cholesterinsenker, antivirale Mittel oder aber Mittel zur Bekämpfung von obstruktiven Lungenerkrankungen (Details im Anhang). „Die Einnahme von acht dieser Arzneimittel hängt zuweilen und zu einem nicht zu unterschätzenden Teil von unseren (schlechten) Lebensgewohnheiten ab, aber auch von einem Umfeld, das weit davon entfernt ist, sich immer günstig auszuwirken“, so Jean Hermesse, Generalsekretär der Christlichen Krankenkasse (CKK). 

Die acht Arzneimittel, deren Verbrauch mit unserer Lebensweise zusammenhängt, stellen 45 Prozent aller Erstattungsleistungen des LIKIV für apothekenpflichtige Medikamente dar, d.h. 1,17 Milliarden Euro. 

Neunzig Prozent der COPD durch Rauchen bedingt

So ist zum Beispiel bekannt, dass die Hautursache für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) das Rauchen ist. Neunzig Prozent der Patienten, die medikamentös gegen COPD behandelt werden, sind ehemalige (starke) Raucher. „Ein rauchfreies Leben könnte den Verbrauch von Arzneimitteln gegen COPD senken. Aber sich von der Zigarette zu befreien, ist extrem schwierig. Ein Grund mehr, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise mit wirklich abschreckenden Verbrauchssteuern auf Tabakerzeugnisse, das Verbot von Tabakwerbung in gleich welcher Form und ein Verkaufsverbot an Jugendliche unter 18, in der Hoffnung, dass auf diese Weise eine rauchfreie Generation heranwächst. Was hat es für einen Sinn, ein so schädliches Produkt zu verkaufen und dann gleichzeitig Kampagnen zu führen, um die Menschen vom Rauchen abzuhalten?“ fragt sich Jean Hermesse. Die Behandlung von chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen steht an sechster Stelle der Top 10 der CKK, mit circa 162 Millionen Euro an Erstattungsleistungen des LIKIV.

Achtzig Prozent der Fälle von Typ-2-Diabetes durch Fettleibigkeit bedingt

Ein weiteres sehr aussagekräftiges Beispiel ist Diabetes. In Belgien leiden etwa 600 000 Menschen unter Diabetes. In neunzig Prozent dieser Fälle handelt es sich um Diabetes vom Typ 2. Behandelt wird diese Krankheit hauptsächlich medikamentös. Das LIKIV hat 2016 mehr als 167 Millionen Euro hierfür ausgegeben. Von diesen Typ-2-Diabetesfällen lassen sich jedoch achtzig Prozent auf Fettleibigkeit zurückführen (Body-Mass-Index von oder über 30). Eine gesündere Lebensweise, eine ausgeglichene Ernährung und mehr Bewegung würden das Aufkommen dieser Krankheit deutlich verringern. Aber das Umfeld, in dem der Patient sich befindet, spielt auch hier eine entscheidende Rolle. „Zur Vorbeugung von Diabetes ist die Befähigung zu einer gesunden Lebensführung durch Schulungsmaßnahmen zu stärken. Auf Lebensmittelverpackungen müssen klare Angaben zum Zucker-, Fett- und Salzgehalt stehen, beispielsweise durch ein Ampelsystem. Aber auch diese Maßnahmen kann der Patient nicht beeinflussen“, erklärt Jean Hermesse. 

Seine Lebensweise ändern, sich mehr bewegen, sich ausgeglichen ernähren… Wir können alle etwas für unsere Gesundheit tun. Die CKK bietet ihren Mitgliedern im Übrigen eine ganze Reihe von Gesundheitstipps, begleitenden Maßnahmen und Leistungen zur Förderung der Gesundheit in sehr unterschiedlichen Bereichen: Ernährungsberatung, Sport, Raucherentwöhnung, psychische Gesundheit, … 

„Die CKK ist eine Gesundheitskasse. Wir führen unzählige Initiativen im Bereich der Prävention und der Begleitung unserer Mitglieder durch, die bereit sind, sich eine gute Lebensweise anzueignen. Aber wie zu erkennen ist, gehört zu einem wirklich effizienten Ansatz auch die Förderung eines günstigen Umfeldes, damit diese Lebensweise sich durchsetzen kann. Hier sitzen in den meisten Fällen die Behörden an den Schalthebeln. Die CKK wird ihrerseits auch weiterhin alle politischen Maßnahmen in diesem Sinne fördern oder gar selbst in die Wege leiten, vor allem auch weil in der Regel Menschen mit einem geringen Einkommen bzw. einem geringen Bildungsstand eher von einer mit dem Lebensstil zusammenhängenden Krankheit betroffen sind, wie aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Europäischen Kommission ersichtlich ist“ schließt Jean Hermesse ab. 

Ein Großteil der gesundheitsbezogenen Information der CKK finden Sie im Internet unter www.ckk-mc.be.


Pressemitteilung vom 15. Dezember 2017 

Weitere Informationen

Jean-François Bodarwé – Presseverantwortlicher – jean-francois.bodarwe@mc.be – 0476 40 32 77